Die Erleichterung dürfte bei Nagarro groß sein. Das Münchner IT-Unternehmen hat heute nicht nur die vorläufigen Zahlen für 2025 vorgelegt, sondern auch das Ergebnis einer unabhängigen Untersuchung präsentiert. Die klare Botschaft: Die Betrugsvorwürfe aus der Vergangenheit sind vom Tisch. Keine Beweise für Fehlverhalten oder Fraud wurden gefunden.
Die Zahlen selbst zeigen ein gemischtes Bild. Der Umsatz kletterte auf 999,3 Millionen Euro, ein Plus von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bereinigt um Währungseffekte waren es sogar 6,1 Prozent Wachstum. Die Bruttogewinnmarge verbesserte sich deutlich von 30,4 auf 32,2 Prozent. Das bereinigte EBITDA sank allerdings auf 138,2 Millionen Euro, nach 147,5 Millionen im Vorjahr. Die bereinigte EBITDA-Marge lag bei 13,8 Prozent und damit im prognostizierten Korridor von 13,5 bis 14,5 Prozent.
CEO Manas Human macht klar, dass die Performance ohne Währungseffekte eigentlich besser aussieht. Hätte man die ursprünglichen Wechselkurse zugrunde gelegt, läge der Umsatz in der Mitte der damaligen Prognose von 1.020 bis 1.080 Millionen Euro. Auch die EBITDA-Marge wäre ohne die 15,5 Millionen Euro unrealisierte Währungsverluste bei rund 15,4 Prozent gelandet.
Nagarro SE Aktie Chart
Die Prognose gibt Hoffnung
Für 2026 rechnet Nagarro mit einem Umsatz zwischen 1.000 und 1.060 Millionen Euro. Das entspricht am Mittelpunkt einem Wachstum von rund 5 Prozent zu aktuellen Wechselkursen. Die Bruttogewinnmarge soll bei etwa 32 Prozent liegen, die bereinigte EBITDA-Marge zwischen 14,5 und 15,5 Prozent. Das wäre eine deutliche Verbesserung gegenüber 2025.
Die unabhängige Untersuchung durch White & Case und Alvarez & Marsal brachte zudem endlich Klarheit. Keiner der Vorwürfe aus früheren Medienberichten oder von Short-Sellern konnte bestätigt werden. Der Aufsichtsratsvorsitzende Christian Bacherl sprach von einem wichtigen Meilenstein. Nagarro hat die Gelegenheit genutzt, Governance-Strukturen zu verbessern und KPMG als neuen Prüfer zu gewinnen. Jetzt muss die Aktie zeigen, ob sie das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen kann. Die Voraussetzungen dafür sind jedenfalls deutlich besser geworden. In einer ersten Reaktion legte die Aktie an der Börse Frankfurt bis 11 Uhr um 1,14 Prozent zu.
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