Mutares sortiert sein Portfolio weiter um. Am Montagmorgen meldete die Beteiligungsgesellschaft den Verkauf der Logistikplattform Stuart an Quiver. Parallel dazu prüft sie einen Ausstieg bei Efacec, dem portugiesischen Spezialisten für Energie- und Netztechnik.
Stuart: Rückzug aus dem Retail-Segment
Stuart, offiziell die SRT Group SAS samt Tochtergesellschaften, betreibt eine Plattform für urbane und Last-Mile-Logistik. Das Unternehmen vermittelt Lieferaufträge an ein Netzwerk selbstständiger Kuriere. Sitz ist Frankreich, hinzu kommen Aktivitäten im Vereinigten Königreich und in Polen. Ein Technologiezentrum in Spanien unterstützt das Geschäft.
Mutares hatte Stuart 2023 übernommen. Seither verbreiterte das Management nach eigenen Angaben den Kundenstamm, um die Abhängigkeit von wenigen Großkunden zu senken. Zudem flossen Investitionen in die eigene Technologie, und die Kosten pro Auftrag sanken deutlich. Heute arbeiten rund 70 Mitarbeitende für das Unternehmen, der Umsatz liegt bei rund 50 Millionen Euro. Den Kaufpreis nennt die Mitteilung nicht.
Mutares verweist auf das eigene Modell: Firmen stabilisieren, neu aufstellen, dann an Käufer abgeben, die die langfristige Entwicklung vorantreiben. Der Verkauf passt zudem zur erklärten Strategie, das Engagement im Retail-Segment zu verringern.
Efacec: Auftragsbuch über einer Milliarde
Deutlich größer ist die Baustelle Efacec. Der Auftragsbestand ist bis September 2026 auf mehr als 1 Milliarde Euro gewachsen, rund das Vierfache des Umsatzes von 2025. Treiber ist ein Auftragseingang von 334 Millionen Euro seit Jahresbeginn, was einem Book-to-Bill-Verhältnis von 1,5 entspricht.
Nachfrage kommt aus Netzmodernisierung, der Elektrifizierung von Industrie und Verkehr, erneuerbaren Energien und dem Strombedarf von Rechenzentren. Der relevante Markt für Netz- und Bahntechnik soll zwischen 2026 und 2031 um rund 12 Prozent jährlich wachsen.
Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten auf 229 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet Mutares 320 bis 335 Millionen Euro. Efacec befindet sich nach Unternehmensangaben in der Harvesting-Phase, und Mutares prüft strategische Exit-Optionen, ein Ausstieg wird für 2027 ins Auge gefasst. Eine Entscheidung ist damit nicht gefallen.
Was als Nächstes ansteht
Der Stuart-Verkauf zeigt, dass Mutares Beteiligungen auch kleinerer Größe konsequent abgibt. Efacec könnte das nächste größere Kapitel werden. Konkrete Details zu Käufern oder Preisen liegen bislang nicht vor. Mehr Einblick in die Portfoliopflege dürften die Neunmonatszahlen am 12. November liefern.
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