Die Münchener Beteiligungsgesellschaft Mutares treibt den Umbau ihres Portfolios voran. Dabei setzt das Unternehmen sowohl auf Verkäufe als auch auf neue Übernahmen. Die Tochtergesellschaft Nord Gas Solutions rückte in den Mittelpunkt, für die das Management strategische Ausstiegsoptionen prüft.
Nord Gas Solutions verzeichnet Neunmonatswachstum
In den ersten neun Monaten 2026 erzielte die Tochter einen Umsatz von rund 459 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich auf 43 Millionen Euro. Der fest vereinbarte Auftragsbestand summierte sich zum 30. September 2026 auf 880 Millionen Euro.
Für das Gesamtjahr 2026 rechnet die Gesellschaft bei der Tochter mit mehr als 575 Millionen Euro Umsatz und rund 50 Millionen Euro bereinigtem EBITDA. Angesichts der Entwicklung prüft Mutares Optionen für einen Ausstieg, zu denen auch ein Börsengang im nordischen Raum gehört. Eine endgültige Entscheidung über eine solche Transaktion ist nach Unternehmensangaben noch nicht gefallen.
Bewegung bei Steinmüller und Lapeyre
Neben den Überlegungen bei Nord Gas Solutions stärkte Mutares das eigene Portfolio mit einem Zukauf. Die Gruppe schloss die Übernahme der Steinmüller Engineering GmbH von der IHI Corporation ab. Der Betrieb mit rund 170 Beschäftigten dient als neues Plattforminvestment für das Segment Energy & Technology. Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete Steinmüller eine Gesamtleistung von nahezu 100 Millionen Euro.
Auf der Exit-Seite bahnt sich zudem eine Veränderung in Frankreich an. Mutares erhielt ein unwiderrufliches Angebot für eine Kontrollbeteiligung an der Lapeyre Group von einem Investmentvehikel italienischer Unternehmer.
Lapeyre kam im Geschäftsjahr 2025 auf einen Umsatz von rund 475 Millionen Euro. Mutares beabsichtigt, nach einem Vollzug mit einer Minderheit an dem Unternehmen beteiligt zu bleiben. Der Abschluss wird für das vierte Quartal 2026 angestrebt und hängt von der Stellungnahme der Arbeitnehmervertreter ab.
Anleiheabbau und Lage am Aktienmarkt
Auf der Finanzierungsseite ordnete das Management die Verbindlichkeiten teilweise neu. Bei einem teilweisen Rückkauf der variabel verzinslichen Anleihe 2023/2027 nahm Mutares Papiere mit einem Gesamtnominalwert von 10,4 Millionen Euro an.
Der von Anlegern gehaltene Betrag verringerte sich dadurch auf rund 222 Millionen Euro. Für die zweite Hälfte des vierten Quartals 2026 plant das Unternehmen eine Refinanzierung der verbleibenden Mittel.
Am Aktienmarkt spiegelten sich die jüngsten Unternehmensschritte zuletzt verhalten wider. Die Mutares-Aktie beendete den Handel am Freitag bei einem Kurs von 24,90 Euro. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier damit einen Rückgang um 17 Prozent. Die Marktkapitalisierung des Konzerns beläuft sich auf 635,32 Millionen Euro.
Mutares-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Mutares-Analyse vom 18. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten Mutares-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Mutares-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
