Mutares hat in dieser Woche zwei Nachrichten auf einmal geliefert. Die Beteiligungsgesellschaft meldete deutlich verbesserte Halbjahreszahlen und schloss ihre bisher größte Übernahme ab. Trotzdem notiert die Aktie weiter deutlich unter ihrem Jahreshoch.
Adjusted EBITDA dreht ins Plus
Der Halbjahresbericht vom 4. August zeigt eine klare Wende. Mutares steigerte den Konzernumsatz in den ersten sechs Monaten um 9 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum lag der Wert noch bei 3,1 Milliarden Euro.
Entscheidender für Investoren war die Profitabilität. Das Adjusted EBITDA sprang auf 67 Millionen Euro. Vor einem Jahr stand hier noch ein Minus von 89 Millionen Euro.
Diesen Sprung erklärt Mutares mit der Neuausrichtung des Portfolios. Die Beteiligungen arbeiten inzwischen deutlich effizienter. Auf Holding-Ebene blieb ein bereinigtes Nettoergebnis von 6 Millionen Euro übrig — nach Abzug von rund 10 Millionen Euro Kosten für Kapitalerhöhung und Bond-Restrukturierung.
NexPoint Materials wird zum neuen Wachstumsmotor
Parallel zu den Zahlen vollzog Mutares die Übernahme des Geschäfts für technische Kunststoffe von SABIC. Der Deal hat ein Volumen von 450 Millionen US-Dollar und ist die größte Transaktion der Firmengeschichte. Das Geschäft firmiert nun als NexPoint Materials und bildet den Kern des neuen Segments „Chemicals & Materials“.
Der Zukauf bringt rund 2 Milliarden Euro Jahresumsatz mit. Einen Tag später, am 5. August, vollzog Mutares zudem die Übernahme von Car Top Systems von Magna und stärkte damit das Automotive-Segment.
Diese beiden Deals stützen die Jahresprognose. Der Vorstand hält an seinem Ziel eines Holding-Jahresüberschusses zwischen 165 und 200 Millionen Euro fest.
Sphene Capital sieht 80 Prozent Luft nach oben
Die Analysten von Sphene Capital bestätigten am 5. August ihre Kaufempfehlung für die Aktie. Das Kursziel senkten sie nur minimal, von 49,40 auf 49,30 Euro. Gegenüber dem aktuellen Kurs von 26,95 Euro entspricht das einem Aufwärtspotenzial von über 80 Prozent.
Die Analysten begründen ihre Einschätzung mit der deutlich verbesserten Ergebnisqualität im ersten Halbjahr. Nach ihrer Lesart könnte Mutares die ursprünglich für 2028 gesetzten Mittelfristziele früher erreichen. Dazu zählt ein Konzernumsatz von 10 Milliarden Euro. Bis 2030 strebt das Management ein jährliches Wachstum von mindestens 25 Prozent bei Umsatz und Holding-Überschuss an.
Kurs bleibt hinter der operativen Entwicklung zurück
Trotz der positiven Nachrichtenlage hat sich das im Kurs bisher kaum niedergeschlagen. Die Aktie notiert rund 23 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 35,15 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von gut 10 Prozent zu Buche.
Diese Lücke zwischen operativer Entwicklung und Kursverlauf ist genau der Punkt, den Sphene Capital in seiner Bewertung anspricht. Am 18. August wird sich zeigen, wie der Markt die Integration von NexPoint Materials und die Exit-Pipeline für das zweite Halbjahr einschätzt. Dann hält Mutares seinen nächsten Earnings Call ab.
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