Mutares hat am 4. August seine Halbjahreszahlen für 2026 vorgelegt und dabei den Konzernumsatz auf 3,4 Milliarden Euro gesteigert, ein Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das EBITDA lag bei 349 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA bei 67 Millionen Euro. Der Beteiligungskonzern bestätigte zugleich seine Jahresprognose und kündigte für die zweite Jahreshälfte eine weitere starke Exit-Aktivität an.
Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Mutares weiterhin mit einem Konzernumsatz zwischen 7,9 Milliarden und 9,1 Milliarden Euro. Nach Unternehmensangaben wurden zum Stichtag 30. Juni sämtliche Anleihe-Covenants eingehalten – ein Signal an Fremdkapitalgeber, dass die Verschuldungslage trotz der aggressiven Zukaufsstrategie unter Kontrolle bleibt. Reuters berichtete zusätzlich, dass sich die Holding-Management-Fees im ersten Halbjahr auf 49 Millionen Euro summierten.
SABIC-Übernahme als bislang größter Deal
Parallel zu den Zahlen meldete Mutares am 4. August den Abschluss der Übernahme des Geschäftsbereichs Engineering Thermoplastics von SABIC in Amerika und Europa. Der Enterprise Value der Transaktion betrug 450 Millionen US-Dollar. Die Einheit firmiert künftig unter dem Namen NexPoint Materials.
Reuters bezeichnete den Deal als bislang größten in der Firmengeschichte von Mutares, da das übernommene Geschäft rund 2 Milliarden Euro Jahresumsatz erwirtschaftet. Der saudische Konzern SABIC bestätigte den Vollzug der Veräußerung am 6. August.
Nur einen Tag nach dem SABIC-Abschluss zog Mutares mit der nächsten Übernahme nach: Am 5. August übernahm das Unternehmen das Car-Top-Systems-Geschäft von Magna. Zwei Zukäufe binnen weniger Tage unterstreichen das Tempo, mit dem Mutares seine Buy-and-Build-Strategie derzeit vorantreibt.
Ausblick auf den Earnings Call
Das Management hat für den 18. August einen Earnings Call zu den Halbjahreszahlen angekündigt. Anleger dürften dort vor allem Details zur Integration von NexPoint Materials sowie zur angekündigten Exit-Pipeline für das zweite Halbjahr erwarten.
Am Aktienmarkt hat sich die Nachrichtenlage bislang nicht in klaren Kursgewinnen niedergeschlagen. Die Aktie schloss am Freitag bei 27,05 Euro und notiert damit rund 23 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 35,15 Euro vom 15. Januar.
Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 9,8 Prozent zu Buche, auch der 200-Tage-Durchschnitt von 28,75 Euro liegt noch oberhalb des aktuellen Kursniveaus. Der RSI von 48 signalisiert eine neutrale Marktstimmung – weder überkauft noch überverkauft.
Die operative Entwicklung und die Kursbewegung fallen damit derzeit auseinander. Während Umsatz und operative Kennzahlen zulegen und die Covenant-Treue Stabilität signalisiert, bleibt die Aktie unter ihrem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt gefangen. Der Earnings Call am 18. August dürfte zeigen, ob das Management den Markt von der Tragfähigkeit seines Expansionskurses überzeugen kann.
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