Mutares treibt die Neuausrichtung des Beteiligungsportfolios sowie gezielte Anpassungen in der Finanzierungsstruktur voran. Vor der geplanten Veröffentlichung der Quartalsmitteilung für das dritte Quartal 2026 am 12. November 2026 kombiniert das Unternehmen Zukäufe, Teilverkäufe und Maßnahmen zum Schuldenabbau.
Zukäufe im Industriesektor
Auf der Akquisitionsseite verstärkte sich das Unternehmen zuletzt im Chemie- und Anlagenbau. Am 30. September schloss Mutares die Übernahme der Synthomer a.s. von Synthomer plc ab. Das übernommene Unternehmen agiert als europäischer Hersteller und Anbieter von Acrylatlösungen und wurde im Rahmen einer Carve-out-Transaktion eingegliedert.
Zuvor unterzeichnete Mutares am 29. September eine Vereinbarung zum Erwerb der Steinmüller Engineering GmbH von der IHI Group. Der Vollzug dieser Transaktion wird für das vierte Quartal 2026 erwartet. Damit baut die Gesellschaft ihre Position im Segment weiter aus.
Desinvestitionen und operatives Umfeld
Parallel dazu laufen die Prozesse zur Veräußerung bestehender Beteiligungen weiter. Für eine Kontrollbeteiligung an Lapeyre liegt ein verbindliches Angebot eines von italienischen Unternehmern unterstützten Investmentvehikels vor.
Mutares soll eine Minderheitsbeteiligung behalten und den Turnaround weiter begleiten. Der Vollzug wird für das vierte Quartal 2026 erwartet und steht unter dem Vorbehalt der üblichen Stellungnahme der Arbeitnehmervertreter.
Im operativen Portfolio zeichnen sich unterdessen auch arbeitsrechtliche Spannungen ab. Medienberichten zufolge reichte der Betriebsrat der ehemaligen Sabic-Anlage im spanischen Cartagena eine Beschwerde bei der Arbeitsinspektion ein.
Die Arbeitnehmervertreter rügen eine aus ihrer Sicht unzureichende Information über anstehende Schritte. Nach Schätzung des Betriebsratsvorsitzenden könnte eine Restrukturierung 200 bis 400 Beschäftigte betreffen. Mutares selbst hat den Umfang möglicher Maßnahmen nicht offiziell mitgeteilt.
Schuldenabbau und Börsennotierung
Auf der Finanzierungsseite setzt das Management parallel auf eine Entlastung der Verbindlichkeiten. Nachdem vor gut einer Woche ein Teilrückkauf der Nordic-Anleihe angekündigt worden war, nahm Mutares entsprechende Angebote im Gesamtnominalwert von 10,4 Millionen Euro vollständig an.
Der von Anlegern gehaltene Nominalbetrag sank damit auf rund 222 Millionen Euro. Für die zweite Hälfte des vierten Quartals 2026 plant das Unternehmen die Refinanzierung der Anleihe.
Mit den Schritten soll die Bilanz stabilisiert und der finanzielle Spielraum gesichert werden, während das Beteiligungsportfolio schrittweise neu geordnet wird.
Am Aktienmarkt zeigte sich die Notierung gestern stabilisiert. Das Papier schloss bei 25,35 Euro, was einem Tagesgewinn von 1,4 Prozent entsprach. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie einen Rückgang von 16 Prozent.
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