Die Beteiligungsgesellschaft Mutares bereitet den Verkauf des Ulmer Feuerwehrspezialisten Magirus vor. Es handelt sich um einen der bedeutendsten Portfolio-Exits der jüngeren Firmengeschichte. Das Management prüft derzeit, ob ein klassischer Verkauf an einen strategischen Partner oder ein Börsengang den höchsten Wert realisiert.
Magirus hat die Phase der intensiven Restrukturierung hinter sich gelassen. Im ersten Quartal 2026 verzeichnete die Tochtergesellschaft einen Rekord bei den Auftragseingängen. Die weltweit steigende Nachfrage nach Sicherheits- und Katastrophenschutztechnik spielt den Münchenern dabei in die Karten.
Historische Exit-Pipeline
Der geplante Ausstieg ist kein Einzelfall, sondern Teil einer breiteren Strategie. Mutares befindet sich aktuell in der größten Exit-Phase der Unternehmenshistorie und führt mehrere fortgeschrittene Verhandlungen. Ziel ist es, die aktuelle Erntephase im Portfolio konsequent für Wertrealisierungen zu nutzen.
Zuletzt verkaufte die Holding bereits ihre Anteile an Terranor vollständig. Parallel dazu wurden Teilveräußerungen im Bereich der Kran- und Hebetechnik abgeschlossen. Diese hohe Transaktionsfrequenz unterstreicht das Modell, Unternehmen in Sondersituationen zu entwickeln und gewinnbringend weiterzureichen.
Ambitionierte Ziele bis 2030
An der Börse zeigt sich die Aktie bisher unbeeindruckt. Das Papier notierte zuletzt bei 28,05 Euro und liegt seit Jahresbeginn rund sechs Prozent im Minus. Parallel dazu peilt der Vorstand für das laufende Jahr einen Konzernumsatz von bis zu 9,1 Milliarden Euro an.
Der Jahresüberschuss der Holding soll 2026 zwischen 165 Millionen und 200 Millionen Euro liegen. Um diesen Kurs abzusichern, hat Mutares bereits das Kapital erhöht und mehr Spielraum bei den Kreditbedingungen erhalten. Die neue finanzielle Flexibilität soll unter anderem die Expansion auf dem US-Markt vorantreiben.
Langfristig plant die Führung bis 2030 ein jährliches Wachstum von durchschnittlich 25 Prozent. Die Erlöse aus dem Magirus-Verkauf bilden dafür einen zentralen Baustein. In den kommenden Monaten fällt die Entscheidung über die finale Struktur der Transaktion.
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