Die Beteiligungsgesellschaft Mutares treibt im Schlussquartal die Neuordnung ihres Portfolios voran und bereitet parallel die anstehende Refinanzierung vor. Im Zentrum stehen Verhandlungen über Verkäufe sowie strategische Zukäufe, die das Profil vor dem anstehenden Quartalstermin schärfen sollen. Vorbörslich notieren die Papiere bei 25,25 Euro, was seit Jahresanfang einem Rückgang von 16 Prozent entspricht.
Portfoliobereinigung und potenzielle Ausstiege
Vor gut einer Woche ging ein unwiderrufliches Angebot italienischer Unternehmer für die Kontrollmehrheit an der Lapeyre Group ein. Mutares beabsichtigt, weiterhin mit einer Minderheitsbeteiligung engagiert zu bleiben. Der Vollzug wird für das vierte Quartal 2026 angestrebt, steht allerdings unter dem Vorbehalt der Arbeitnehmerbeteiligung. Zu finanziellen Details und zur Höhe des verbleibenden Anteils machten die Parteien keine Angaben.
Medienberichten zufolge richtet sich das Augenmerk am Markt nach dem Lapeyre-Schritt bereits auf weitere Beteiligungen. Als denkbare Kandidaten für künftige Transaktionen werden dabei Magirus und Efacec gehandelt. Derartige Verkäufe würden die Strategie untermauern, sanierte Einheiten nach erfolgreicher Repositionierung wieder abzugeben.
Zukäufe und Erweiterung des Portfolios
Auf der Akquisitionsseite erweitert das Unternehmen seine Aktivitäten unter anderem im Industriesektor. Eine Vereinbarung sichert den Erwerb der Steinmüller Engineering GmbH von der IHI Group, die auf eine Gesamtleistung von nahezu 100 Millionen Euro kommt. Zudem schloss Mutares den Kauf der Synthomer a.s. von Synthomer plc ab, die 2025 Carve-out-Umsätze von rund 110 Millionen Euro erzielte.
Mit diesen Transaktionen verbreitert die Gesellschaft ihre operative Basis. Das Geschäftsmodell zielt darauf ab, unprofitable Unternehmensteile aus Großkonzernen herauszulösen, zu restrukturieren und mittelfristig wieder mit Gewinn zu veräußern.
Kapitalstruktur vor der Refinanzierung
Parallel dazu arbeitet das Management an den Verbindlichkeiten vor der geplanten Refinanzierung in der zweiten Hälfte des vierten Quartals. Über ein Teilrückkaufangebot für die bestehende Nordic-Anleihe erwarb Mutares Papiere im Volumen von 10,4 Millionen Euro vollständig zurück. Der von Anlegern gehaltene Nominalbetrag reduzierte sich dadurch auf rund 222 Millionen Euro.
Dieser Schritt verschafft dem Unternehmen zusätzlichen Spielraum für die anstehenden Refinanzierungsschritte. Wie sich die jüngsten Zukäufe und die Restrukturierungsmaßnahmen operativ niederschlagen, wird sich am 12. November 2026 zeigen. An diesem Tag legt Mutares den Bericht für das dritte Quartal vor.
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