Mutares trennt sich von der Mehrheit an einem seiner umsatzstärksten Portfoliounternehmen. Die Beteiligungsgesellschaft hat ein unwiderrufliches Angebot für eine Kontrollbeteiligung an der französischen Lapeyre Group erhalten. Interessant ist, wie der Deal zugeschnitten ist: Ein vollständiger Ausstieg ist es nicht.
Käufer aus Italien
Das Angebot stammt von einem Investmentvehikel italienischer Unternehmer. Dahinter stehen unter anderem Mitglieder der Eigentümerfamilie von Bricofer und Conforama Italia. Sie bringen Erfahrung aus Home Improvement, Möbelhandel und Einzelhandel mit, Mutares sieht potenzielle industrielle Synergien.
Lapeyre, ein führender französischer Hersteller und Händler von Home-Improvement-Produkten, kam 2025 auf einen Umsatz von rund 475 Millionen Euro. Das Closing wird im vierten Quartal 2026 erwartet. Es steht unter dem Vorbehalt der üblichen Stellungnahme der Arbeitnehmervertreter.
Vom Großprojekt zum Teilverkauf
Die Geschichte der Beteiligung reicht zurück ins Jahr 2020. Damals stellte Mutares den Erwerb von Lapeyre in Aussicht, seinerzeit mit einem Umsatz von rund 640 Millionen Euro. Der Deal galt als Basisinvestment für das Segment Goods & Services und folgte dem typischen Mutares-Muster: symbolischer Kaufpreis, dazu erhebliche bilanzielle Zuwendungen der damaligen Muttergesellschaft Saint-Gobain.
Der Umsatz ist seither deutlich gesunken. Das passt zu einer Sanierung, die noch nicht abgeschlossen scheint. Auf der eigenen Homepage beschreibt Mutares Lapeyre weiterhin als Unternehmen, das seine fundamentalen Stärken nutzt, ein Hinweis auf laufende Arbeit.
Warum nur ein Teilexit?
Normalerweise verkauft Mutares nach erfolgreicher Sanierung und mit hohem Multiple auf das eingesetzte Kapital. Der Verkauf der Kontrolle bei gleichzeitigem Verbleib einer Restbeteiligung könnte darauf hindeuten, dass sich Mutares weitere Wertsteigerungen sichern will. Marktbeobachter sehen darin zugleich eine geschlossene offene Flanke: Die umsatzstarke, aber lange belastende Beteiligung wird bilanziell entlastet.
Ob die Rechnung aufgeht, hängt am Käufer. Gelingen die erhofften Synergien mit Bricofer und Conforama Italia, könnte die Restbeteiligung später Gewinn abwerfen. Der nächste konkrete Termin ist das Closing im vierten Quartal 2026.
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