Die Münchner Beteiligungsgesellschaft Mutares treibt die Neuausrichtung ihrer Portfoliounternehmen voran und leitet bei einer ihrer umsatzstärksten Beteiligungen einen Kontrollwechsel ein.
Für die französische Lapeyre Group liegt dem Konzern seit Montag ein unwiderrufliches Angebot eines Investmentvehikels italienischer Unternehmer vor. Die Offerte zielt auf den Erwerb einer Kontrollbeteiligung ab, während Mutares als Minderheitsaktionär an Bord bleiben und den weiteren Turnaround begleiten will.
Lapeyre erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von rund 475 Millionen Euro. Medienberichten zufolge stehen die finanziellen Details der Transaktion noch aus, während das Unternehmen anhaltend mit anspruchsvollen Marktbedingungen und Rentabilitätsfragen konfrontiert war.
Der Vollzug der Transaktion wird für das vierte Quartal 2026 angestrebt. Die Umsetzung steht noch unter dem Vorbehalt der regulären Konsultation der Arbeitnehmervertreter.
Zukäufe stärken Industriebereiche
Parallel zu den Exit-Bestrebungen verstärkte Mutares seine operativen Segmente mit zwei industriellen Akquisitionen. Am 30. September vollzog die Gesellschaft den Erwerb der Synthomer a.s. von der britischen Synthomer plc. Das neu integrierte Unternehmen erzielte 2025 Carve-out-Umsätze von rund 110 Millionen Euro bei etwa 300 Mitarbeitern und ergänzt fortan das Segment Chemicals & Materials.
Bereits am 29. September unterzeichnete Mutares zudem eine Vereinbarung über die Übernahme der Steinmüller Engineering GmbH von der japanischen IHI Group. Steinmüller kam im vergangenen Geschäftsjahr auf eine Gesamtleistung von nahezu 100 Millionen Euro. Auch dieser Zukauf soll vorbehaltlich marktüblicher Vollzugsbedingungen im vierten Quartal 2026 abgeschlossen werden.
Finanzierung und Refinanzierungsfahrplan
Auf der Finanzierungsseite schloss das Beteiligungsunternehmen kürzlich eine Maßnahme zur Reduzierung bestehender Verbindlichkeiten ab. Im Rahmen eines Rückkaufangebots für die variabel verzinsliche Anleihe 2023/2027 nahm Mutares am 1. Oktober angediente Papiere mit einem Gesamtnominalwert von 10,4 Millionen Euro vollständig an.
Durch die Transaktion reduzierte sich das von Anlegern gehaltene ausstehende Nominalvolumen der Anleihe auf rund 222 Millionen Euro. Für die zweite Hälfte des vierten Quartals 2026 plant das Management die Refinanzierung dieser Anleihe.
Am Aktienmarkt reagieren die Anleger zurückhaltend auf die Transaktionsdichte. Im heutigen Handel gab die Mutares-Aktie um 1,0 Prozent auf 24,90 Euro nach. Gegenüber ihrem 52-Wochen-Hoch von 35,15 Euro liegt die Notierung damit 29 Prozent im Minus. Die kommenden Wochen dürften vor allem durch die erhofften Abschlüsse bei Lapeyre und Steinmüller sowie die konkrete Strukturierung der Anleihe-Refinanzierung geprägt sein.
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