Mutares gönnt sich keine Ruhepause. Nur wenige Tage nach einer größeren Übernahme im Industriebereich meldet die Münchener Beteiligungsgesellschaft bereits den nächsten strategischen Schritt auf der Verkaufsseite. Diese schnelle Abfolge von Transaktionen wirft ein Licht auf die aktuelle Taktik des Managements: Wie effizient lassen sich neu erworbene Konzernteile filetieren und Randbereiche gewinnbringend abstoßen?
Der neueste Deal betrifft die niederländische WIJ Special Media B.V., einen Anbieter von datengetriebenen Medieninhalten für Schwangere und junge Familien. Das Unternehmen, das nach eigenen Angaben über 80 Prozent der Zielgruppe in den Niederlanden erreicht, wird an N2COM veräußert. Strategisch macht dieser Schritt Sinn: WSM war als „First-Party-Daten“-Sammler ein Anhängsel des Einzelhändlers Prénatal. Durch den Verkauf kann sich Prénatal wieder strikt auf das Retail-Kerngeschäft konzentrieren, während WSM unter dem neuen Eigentümer technologisch besser aufgehoben ist. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart.
Dynamik im Portfolio
Die Transaktion unterstreicht die hohe Frequenz, mit der Mutares das Portfolio derzeit umschichtet. Erst am vergangenen Freitag, den 13. Februar 2026, hatten die Münchener den Erwerb des Fußbodengeschäfts der Hamberger Industriewerke (Marke HARO) bekanntgegeben – ein Deal, der rund 150 Millionen Euro Umsatz in das Segment „Goods & Services“ spült. Während auf der einen Seite Industriegüter zugekauft werden, werden auf der anderen Seite spezialisierte Medien-Assets abgestoßen.
An der Börse wird diese Aktivität derzeit nüchtern bewertet. Die Mutares-Aktie notiert aktuell bei 31,80 Euro und bewegt sich damit kaum vom Fleck. Zwar liegt das Papier auf Jahressicht noch über 16 Prozent im Plus, doch der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 46,00 Euro beträgt mittlerweile rund 30 Prozent. Die Anleger scheinen trotz der Deal-Dichte auf greifbare Ergebnisse in der Gewinn- und Verlustrechnung zu warten.
Mit der Abspaltung von WSM beweist Mutares Handlungsfähigkeit bei der kleinteiligen Portfolio-Optimierung. Der Fokus verschiebt sich nun darauf, wie schnell die neu integrierten Einheiten wie die Hamberger-Sparte auf Profitabilität getrimmt werden können, um den Aktienkurs wieder in Richtung der alten Höchststände zu treiben.
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