Die BaFin hat ihre Prüfung des Mutares-Konzernabschlusses 2023 beendet. Das Ergebnis fällt für das Münchener Beteiligungsunternehmen glimpflich aus. Wichtiger für Anleger dürfte aber ein anderes Datum sein: Ende Juni lief eine Schuldenfrist bei zwei Anleihen aus, deren Einhaltung noch immer unklar ist.
Die Aktie schloss am Freitag bei 27,30 Euro, ein Plus von 0,37 Prozent. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 4,55 Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn hat das Papier knapp 8,7 Prozent verloren.
BaFin moniert nur Formfehler
Am 6. Juli 2026 schloss die Finanzaufsicht ihre Untersuchung der Konzernbilanz 2023 ab. Das Ergebnis: Die Behörde fand lediglich einen fehlenden Vermerk im Anhang. Der eigentliche Lagebericht blieb komplett ohne Beanstandung.
Auch der aktuelle Jahresabschluss geriet in den Blick der BaFin. Auch hier fehlte im Anhang ein Vermerk – diesmal zur Restlaufzeit von Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Mutares hat die Angabe nach eigenen Angaben bereits rückwirkend nachgereicht. Der Lagebericht selbst bestand die Prüfung ohne Einschränkung.
Für Mutares bedeutet das: Ein Unsicherheitsfaktor ist vom Tisch. Der Blick der Anleger richtet sich damit wieder aufs operative Geschäft.
Die eigentliche Bewährungsprobe steht noch aus
Ende 2025 verfehlte Mutares eine wichtige Verschuldungskennzahl bei zwei ausstehenden Anleihen. Die Gläubiger gewährten Aufschub bis Ende Juni 2026. Diese Frist ist inzwischen verstrichen.
Ob das Unternehmen die vereinbarte Kennzahl mittlerweile wieder einhält, ist offen. Die Entwarnung hängt nach Einschätzung von Experten von konkreten Liquiditätszuflüssen ab. Diese sollen aus geplanten Unternehmensverkäufen im dritten Quartal 2026 stammen.
Zwei Deals sind bereits unterschrieben, aber noch nicht abgeschlossen. Mutares hat den Verkauf der NEM Energy Group an Hyundai Heavy Industries Power Systems fixiert – den Vollzug erwartet der Konzern im dritten Quartal. Reed Capital hat zudem ein unwiderrufliches Angebot für Walor Precision Turning vorgelegt. Auch dieser Abschluss soll im dritten Quartal folgen, vorbehaltlich der Zustimmung der Arbeitnehmervertreter.
Auf der Hauptversammlung Anfang Juli bestätigte der Vorstand seine Jahresprognose. Für 2026 rechnet Mutares mit einem Konzernumsatz zwischen 7,9 und 9,1 Milliarden Euro sowie einem Jahresüberschuss von 165 bis 200 Millionen Euro.
Chart zeigt Konsolidierung
Der aktuelle Kurs von 27,30 Euro liegt knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 27,68 Euro. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 28,85 Euro beträgt der Abstand gut 5 Prozent. Seit dem Jahreshoch von 35,15 Euro im Januar hat die Aktie rund 22 Prozent verloren.
Der RSI von 42,5 zeigt weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation an. Auf Zwölfmonatssicht steht ein Minus von gut 20 Prozent zu Buche – die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei knapp 595 Millionen Euro.
Zwei Fragen entscheiden über den weiteren Kursverlauf: Vollzieht Mutares die angekündigten Verkäufe wie geplant im dritten Quartal? Und hält der Konzern die Schuldenkennzahl nach Fristablauf tatsächlich wieder ein? Die BaFin-Prüfung ist abgehakt – die härtere Prüfung findet jetzt an den Kapitalmärkten statt, sobald die NEM- und Walor-Transaktionen Zahlen liefern.
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