Trotz Rekordgewinn und solider Kapitalbasis reduziert RBC Capital Markets den fairen Wert für den DAX-Rückversicherer. Die Bank begründet dies mit moderaten Erwartungen fürs laufende Jahr – und verweist auf erste Schwächen im operativen Geschäft.
Analysten bremsen Erwartungen
RBC-Analyst Ben Cohen senkte am Montag das Kursziel von 600 auf 570 Euro. Die Einstufung „Sector Perform“ bleibt bestehen. Hintergrund: Das Management der Münchener Rück hatte im Dezember zwar ehrgeizige Fünfjahresziele präsentiert, den kurzfristigen Ausblick aber nicht angehoben. Die Bank korrigierte daraufhin ihre Gewinnprognosen je Aktie leicht nach unten.
Gleichwohl bescheinigt RBC dem Konzern eine erstklassige Ausgangsposition. Die Münchener Rück gilt als europäischer Rückversicherer mit der stärksten Kapitalausstattung. In unsicheren Marktphasen dürfte sich die Aktie daher widerstandsfähiger entwickeln als Wettbewerber – wenngleich die Bewertung nicht mehr günstig sei.
Kapitalanlagen als Gewinnstütze
Der Nettogewinn 2025 belief sich auf 6,12 Milliarden Euro, die Eigenkapitalrendite erreichte 18,3 Prozent. Zum fünften Mal in Folge toppte der Konzern die eigenen Ziele. Entscheidend dafür war das gestiegene Anlageergebnis: Auslaufende Papiere konnten im Zinsumfeld höher verzinslich reinvestiert werden, die Erträge kletterten um 4,5 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro. Die Portfoliorendite liegt nun bei 3,7 Prozent.
Diese Entwicklung überdeckte Schwächen im eigentlichen Versicherungsgeschäft. Der Gesamtumsatz von 60,4 Milliarden Euro sank um 0,7 Prozent. Verantwortlich: Das größte Segment Schaden- und Unfallrückversicherung (P&C) büßte 8 Prozent an Volumen ein. Nach einem preislichen Höhepunkt kühlt sich das Marktumfeld ab. Das Management setzt bewusst auf Profitabilität statt Wachstum.
Dividende und Aktienrückkauf fortgeführt
Für 2026 schlägt der Vorstand eine Dividende von 24,00 Euro je Aktie vor. Parallel läuft ein Rückkaufprogramm über 2,25 Milliarden Euro. Bis 2030 strebt der Konzern ein durchschnittliches Gewinnwachstum je Aktie von mehr als 8 Prozent jährlich an. Die Aktie handelt aktuell bei 525,40 Euro und liegt damit gut 14 Prozent unter dem Jahreshoch von 610,20 Euro.
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