Münchener Rück-Aktie: Da wird das Füllhorn ausgeschüttet!

Der Versicherer schüttet eine Rekorddividende aus und beteiligt sich über seine Vermögensverwaltung an einem europäischen Rüstungsfonds, während im Kerngeschäft Preisdruck herrscht.

Auf einen Blick:
  • Rekordausschüttung von 24 Euro je Aktie
  • Wechsel des Abschlussprüfers von EY zu KPMG
  • Beteiligung an 1,5-Milliarden-Euro-Rüstungsfonds
  • Preisdruck im Katastrophenrückversicherungsmarkt

Rekorddividende, neuer Prüfer, Rüstungseinstieg — die Münchener Rück packt in eine einzige Woche außergewöhnlich viel rein. Am Mittwoch, den 29. April, findet die 139. Hauptversammlung im ICM München statt. Was dort beschlossen wird, dürfte den Kurs in beide Richtungen bewegen.

24 Euro je Aktie — und noch mehr

Der Vorstand beantragt eine Rekorddividende von 24,00 Euro je Aktie. Das entspricht einem Anstieg von rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hinzu kommt ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm, das bis April 2027 laufen soll. Die Aktie notiert am 30. April ex Dividende, die Auszahlung folgt am 5. Mai.

25 Jahre ohne eine einzige Dividendenkürzung. Diese Serie setzt sich fort.

Auf der Hauptversammlung steht außerdem ein Prüferwechsel an. KPMG soll EY als Abschlussprüfer ablösen — eine direkte Folge des Wirecard-Skandals. Die deutsche Aufsichtsbehörde APAS hatte 2023 erhebliche Strafen gegen EY verhängt. KPMG war bereits bis 2019 Prüfer von Munich Re und kehrt damit zurück.

Rüstungseinstieg als neue Wachstumsspur

Parallel vollzieht MEAG, der Asset Manager der Munich Re Group, einen strategischen Schritt. Als früher Unterstützer einer europäischen Verteidigungsplattform des US-Investors Warburg Pincus beteiligt sich MEAG an einem Fonds mit einem Zielvolumen von bis zu 1,5 Milliarden Euro. Das Geld fließt in Mehrheitsbeteiligungen an mittelständischen Rüstungsunternehmen, die Kapital für den Produktionsausbau brauchen.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Im Kerngeschäft drücken die Preise. Im US-Katastrophenrückversicherungsmarkt sind die Raten in diesem Jahr bereits um 14 Prozent gefallen. In Japan verzeichneten die April-Erneuerungsrunden Rückgänge im mittleren einstelligen Bereich. Munich Re reagiert mit Disziplin: Das Prämienvolumen schrumpfte im ersten Quartal um 7,8 Prozent auf 13,7 Milliarden Euro. Unrentable Verträge ließ das Unternehmen auslaufen.

Strategie unter Beweis

Das Geschäftsjahr 2025 endete mit einem Rekordgewinn von 6,1 Milliarden Euro — das fünfte Jahr in Folge, in dem Munich Re die eigene Prognose übertraf. Für 2026 ist die Latte höher gelegt. Die „Ambition 2030″-Strategie zielt auf eine Eigenkapitalrendite von über 18 Prozent und ein jährliches Gewinn-je-Aktie-Wachstum von mehr als 8 Prozent.

Ob die Zeichnungsdisziplin dieses Ziel trägt, zeigen die Q1-Zahlen im Mai. Die Aktie notiert aktuell bei 564,80 Euro — rund sieben Prozent unterhalb des 52-Wochen-Hochs. Seit Jahresbeginn liegt das Plus bei knapp drei Prozent. Die Hauptversammlung nächste Woche ist der erste Gradmesser dafür, wie Anleger die neue Richtung bewerten.

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