Münchener Rück-Aktie: Wieso erholt sie sich nicht?

Die jüngste Kurserholung der Münchener Rück-Aktie neigt sich mit einem Kursverlust am Mittwoch dem Ende zu. Warum gelingt der Rückversicherung keine Erholung?

Auf einen Blick:
  • Unklare Zinspolitik des neuen Fed-Vorsitzenden
  • Tech-Megatrends ziehen Liquidität aus defensiven Werten
  • Erwartung einer sehr starken Hurrikan-Saison

Die jüngste Kurserholung der Münchener Rück-Aktie neigt sich schon wieder dem Ende zu. Mit einem Kursverlust von 1,5 Prozent ist der Rückversicherer am Mittwoch einer der schwächsten Werte im DAX. Warum gelingt der Münchener Rück derzeit keine nachhaltige Kurserholung?

Neuer Fed-Vorsitzender und Hurrikans im Anmarsch

Zwei Hauptfaktoren drücken derzeit auf den Kurs der Münchener Rück-Aktie. Am heutigen Abend steht die erste wichtige Zinsentscheidung der US-Notenbank unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh an. Da die US-Wirtschaft nach wie vor heiß läuft, fürchten Investoren, dass die Zinsen noch lange hoch bleiben.

Höhere Zinsen sind zwar gut für die Neuanlage der gigantischen Kapitalbestände von Munich Re. Doch kurzfristig sorgt die makroökonomische Ungewissheit dafür, dass institutionelle Investoren erst einmal Liquidität abziehen und abwarten. Da zeitgleich Megatrends wie der SpaceX-Börsengang extrem viel Kapital anziehen, geraten defensive Standardwerte ins Hintertreffen.

Münchener Rück Aktie Chart

Zugleich beginnt im Juni die meteorologische Hurrikan-Saison im Nordatlantik. Da die Meerestemperaturen im Frühjahr untypisch hoch waren, rechnen Klimamodelle für dieses Jahr mit einer potenziell sehr aktiven und schadensträchtigen Saison.

Da die Münchener Rück als weltweit größter Rückversicherer bei extremen Naturkatastrophen historisch immer mit Milliardensummen in der ersten Reihe steht, gehen einige Investoren im Sommer vorsorglich aus der Aktie, um das Risiko von Großschäden nicht im Depot zu haben.

Die Substanz ist unbestritten

Trotz des Kursrückgangs der Münchener Rück-Aktie in den letzten zwei Monaten ist die fundamentale Substanz unbestritten. Für das laufende Jahr prognostizieren Analysten einen weiteren Anstieg der Dividende auf 25,65 Euro je Aktie. Zudem stützen die laufenden Aktienrückkaufprogramme den Kurs nach unten hin ab. Das durchschnittliche Analysten-Kursziel an der Wall Street liegt weiterhin in einem komfortablen Bereich von 550 bis 650 Euro.

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