Sorgen über sinkende Rückversicherungspreise haben die Münchener Rück gestern belastet. JPMorgan erwartet für die Erneuerungsrunde 2027 weiteren Preisdruck und beurteilt die Gesamtrendite von Rückversicherern als weniger attraktiv als die von Erstversicherern. Die Aktie fiel gestern um 4,0%; dpa-AFX führte den Rückgang auf die Herabstufung durch JPMorgan zurück.
Preise bestimmen die Bewertung
Analyst Kamran Hossain stufte Münchener Rück gestern von „Overweight“ auf „Neutral“ herab. Das Kursziel ließ er bei 590 Euro. Damit änderte JPMorgan seine Empfehlung, ohne zugleich den Zielwert für die Aktie zu senken.
Medienberichten zufolge steht die Erwartung weiterer Preisrückgänge bei Rückversicherungsverträgen im Zusammenhang mit einer vergleichsweise schadenarmen Hurrikansaison 2026. Diese Einschätzung betrifft die künftigen Vertragskonditionen, nicht bereits gemeldete Geschäftszahlen.
Reuters berichtete gestern, die JPMorgan-Herabstufung deutscher Rückversicherer habe den Versicherungssektor belastet. Der Rückversicherungssektor gab zugleich im Rahmen eines breiten europäischen Ausverkaufs nach. Auch Hannover Rück und Swiss Re verzeichneten Kursverluste.
Höheres Gewinnziel als Unternehmenskontext
Münchener Rück hatte vor rund zwei Wochen die Nettogewinnprognose angehoben. Für das Gesamtjahr 2026 erhöhte das Unternehmen das Ziel von 6,3 Milliarden Euro auf 6,6 Milliarden Euro.
Beim bereits abgehandelten dritten Quartal 2026 hatte Münchener Rück einen vorläufigen Nettogewinn von rund 1,7 Milliarden Euro gemeldet. Für die ersten neun Monate 2026 bezifferte das Unternehmen das Nettoergebnis auf 5,7 Milliarden Euro.
Die endgültigen Quartalsergebnisse sollen am 12. November folgen. Laut Unternehmenskalender ist die Veröffentlichung gegen 07:30 Uhr MEZ vorgesehen. Um 11:00 Uhr MEZ soll die Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren stattfinden.
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