Mehr Gewinn, trotzdem fallender Kurs: Bei der Münchener Rück passt die Reaktion am Markt nicht zur ersten Schlagzeile der Quartalszahlen. Der Rückversicherer verdient deutlich mehr, doch Analysten stören sich am schwächeren Umsatz und an der Preisdynamik in der Schaden- und Unfallversicherung. Genau dort entscheidet sich, wie belastbar die Jahresziele wirken.
Analysten senken die Erwartungen
Nach den Zahlen zum ersten Quartal haben mehrere Häuser ihre Kursziele gekappt. Das trifft die Aktie in einer Phase, in der der Chart ohnehin angeschlagen ist.
- RBC Capital Markets: Kursziel von 560 auf 490 Euro, Einstufung „Sector Perform“
- Berenberg: Kursziel von 629 auf 565 Euro, Einstufung „Hold“
- Goldman Sachs: Kursziel von 568 auf 557 Euro, Einstufung „Neutral“
- DZ Bank: fairer Wert von 640 auf 625 Euro, Kaufvotum bleibt bestehen
Der Ton ist nicht einheitlich negativ, aber spürbar vorsichtiger. RBC-Analyst Ben Cohen sieht die Jahresziele nach dem schwachen Auftaktquartal schwerer erreichbar. Berenberg sprach von durchwachsenen Ergebnissen und sieht vorerst wenig weiteres Kurspotenzial, auch wenn die Gesamtrendite weiter als attraktiv gilt.
Gewinn steigt, Umsatz fällt
Operativ liefert Münchener Rück kein einfaches Bild. Das Konzernergebnis stieg im ersten Quartal auf 1,714 Milliarden Euro, nach 1,094 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis lag bei 2,230 Milliarden Euro.
Die kritische Stelle liegt woanders. Die Versicherungsumsätze sanken auf 15,018 Milliarden Euro, nachdem im Vorjahr noch 15,811 Milliarden Euro erreicht worden waren. Vor allem negative Preisentwicklungen in der Schaden- und Unfallversicherung belasten die Wahrnehmung der Zahlen.
Damit entsteht ein Spannungsfeld: Die Gewinnqualität wirkt kurzfristig solide, die Wachstums- und Preisperspektive wird aber skeptischer bewertet. Kein Wunder, dass der Markt stärker auf die Schwachpunkte blickt als auf den Ergebnisanstieg.
Chart bleibt angeschlagen
Die Kursdaten zeigen, wie deutlich der Stimmungswechsel ausfällt. Am Mittwoch notiert die Aktie bei 467,00 Euro, ein Tagesminus von 1,14 Prozent; auf Sicht von sieben Tagen summiert sich der Rückgang auf 10,95 Prozent. Seit Jahresanfang liegt das Papier 14,94 Prozent im Minus und handelt auf seinem 52-Wochen-Tief.
Auch technisch hat der Rücksetzer Spuren hinterlassen. Die früher relevanten Bereiche um 510 und 500 Euro sind nach unten verlassen worden. Als nächste Zonen gelten nun der Bereich um 465 Euro sowie die Marke von 450 Euro.
Das Management hält an seinem Ziel für 2026 fest und peilt weiter ein Konzernergebnis von 6,3 Milliarden Euro an. Der nächste Prüfstein folgt am 7. August mit dem Bericht zum zweiten Quartal. Dann wird vor allem zählen, ob sich die Preisdynamik in der Schaden- und Unfallversicherung stabilisiert.
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