Münchener Rück hat im zweiten Quartal deutlich mehr verdient als erwartet. Trotzdem prüft der Konzern seine eigene Jahresprognose. Diese Kombination sorgt bei Analysten gerade für gespaltene Meinungen.
Die Aktie schloss am Freitag bei 508,80 Euro, ein Plus von 0,79 Prozent. Mehrere Bank- und Researchhäuser hatten an diesem Tag ihre Einschätzungen aktualisiert. Die Reaktionen fielen unterschiedlich aus.
Zwei Banken, zwei Signale
Die DZ Bank bestätigte ihre Kaufempfehlung für die Münchener-Rück-Aktie. Die Einschätzung reiht sich in eine Serie überwiegend positiver Analystenkommentare der vergangenen Tage ein.
RBC Capital Markets sieht das anders. Die kanadische Investmentbank vergab ein „Sector Perform“ – eine neutrale Einstufung. RBC sieht die Aktie damit weder als klaren Kauf noch als Verkaufskandidaten. Diese Zurückhaltung wirkt angesichts der jüngsten Kursschwankungen nachvollziehbar.
Starke Zahlen, aber ein Fragezeichen
Der Auslöser für die Analystenaktivität liegt in den vorläufigen Geschäftszahlen. Munich Re verdiente im zweiten Quartal rund 2,2 Milliarden Euro. Das sind gut 23 Prozent mehr als der Markt erwartet hatte.
Grund dafür waren sehr niedrige Großschäden und ein starkes Kapitalanlageergebnis. Der Konzern prüft aber parallel seine Jahresprognose für die Schaden- und Unfallrückversicherung. Genau diese Überprüfung dürfte kurzfristig auf die Stimmung drücken.
Für Klarheit sollen die vollständigen Quartalszahlen sorgen. Munich Re legt sie am 7. August vor.
Charttechnik zeigt Erholung
Die Aktie notiert aktuell 5,79 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 480,96 Euro. Zur 200-Tage-Linie bei 521,90 Euro fehlen dagegen noch 2,51 Prozent. Der RSI von 59,3 signalisiert weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation.
Seit Jahresbeginn liegt das Papier weiterhin 9,50 Prozent im Minus. Damit fällt die Münchener Rück klar hinter die allgemeine Marktentwicklung zurück.
Der 7. August wird zum Prüfstein für beide Lager. Bestätigen die endgültigen Zahlen die starke Vorabmeldung und entwarnt der Konzern bei der Prognose für die Schaden- und Unfallsparte, dürfte die DZ Bank Recht behalten. Bleibt die Unsicherheit bei der Jahresprognose bestehen, gewinnt die vorsichtigere Linie von RBC an Gewicht.
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