Rekord-Auftragsbestand, steigende Gewinne – und doch fällt die Aktie. MTU Aero Engines liefert solide Zahlen, die Anleger aber belohnt sie derzeit nicht.
Das Papier notiert am Mittwoch bei 291,90 Euro. Das sind 2,44 Prozent weniger als am Dienstag. Auf Wochensicht verliert der Titel fast sieben Prozent.
Rekordbestellung und starker Cashflow
Der Auftragsbestand des Münchener Triebwerksbauers erreichte zum Ende des ersten Quartals ein neues Allzeithoch: 31,6 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von sieben Prozent gegenüber dem Jahresende 2025. Den Löwenanteil der Aufträge stellen die Triebwerksfamilien Geared Turbofan (GTF) und V2500.
Der bereinigte Umsatz stieg um sieben Prozent auf rund 2,2 Milliarden Euro. Noch deutlicher fiel der operative Cashflow aus: plus 18 Prozent auf 177 Millionen Euro. Die Cash-Conversion-Rate des DAX-Konzerns liegt damit bei 77 Prozent. Ein starkes Signal für die Ertragskraft.
Der Vorstand um CEO Dr. Johannes Bussmann bestätigte die Prognose für 2026. Den Umsatz sieht das Management zwischen 9,2 und 9,7 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT im ersten Quartal lag bei 320 Millionen Euro.
Erfolge in der Instandhaltung
Ein wichtiger Treiber des Geschäfts ist das zivile Instandhaltungssegment (MRO). MTU sicherte sich einen exklusiven Vertrag mit der taiwanesischen Fluggesellschaft EVA Air. Die Vereinbarung umfasst Wartung, Reparatur und Überholung der CFM56-5B-Triebwerke. Diese treiben die Flotte von 17 Airbus A321-200 an.
Parallel dazu erreichte MTU einen technologischen Meilenstein. Am Standort Ludwigsfelde lieferte das Unternehmen das erste instandgehaltene Triebwerk vom Typ PW800 aus. Der Hersteller Pratt & Whitney Canada stellt dieses Triebwerk her. Der Ausbau der Kapazitäten in diesem Nischenmarkt zahlt sich aus.
Analysten sehen Stabilität
Die Experten bewerten MTU überwiegend positiv. Die Mehrheit der Analysten stuft die Aktie mit „Halten“ oder „Kaufen“ ein. Verkaufsempfehlungen sind selten.
Das langfristige Gewinnwachstum beträgt knapp elf Prozent pro Jahr. Auf einer Skala der Ergebnisstabilität erreicht MTU einen Wert von 0,88 – nahe am Maximum. Kein Wunder, dass Marktbeobachter den Titel als einen der zuverlässigsten im Industriesektor einstufen.
Finanzvorständin Katja Garcia Vila betonte zuletzt, das Unternehmen überwache geopolitische Risiken kontinuierlich. Bislang verzeichne man keine negativen Auswirkungen auf die operativen Ziele für 2026.
Am 10. Juni startet die Internationale Luftfahrtschau ILA in Berlin. MTU wird dort neue Technologien für zivile und militärische Antriebe präsentieren. Branchentreffen dieser Art können Partnerschaften und strategische Weichenstellungen bringen – das dürfte auch an der Börse nicht unbemerkt bleiben.
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