Mit mehreren Fortschritten in der klinischen Entwicklung und einem milliardenschweren Lizenzgeschäft schärft der Pharmakonzern MSD sein Profil. Am Donnerstag gab das Unternehmen bekannt, die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 am 29. Oktober 2026 im Rahmen einer Telefonkonferenz vorzulegen.
Die jüngsten Schritte in der Wirkstoffpipeline dürften dabei im Fokus der Anleger stehen. An der Börse notiert das Papier nach einem Zuwachs von 42 Prozent seit Jahresanfang zuletzt bei 128,18 Euro.
Klinischer Erfolg bei chronischer Hauterkrankung
Einen wesentlichen Impuls lieferten am Mittwoch veröffentlichte Daten zur klinischen Forschung. In einer Phase-2b-Studie erreichte der Wirkstoffkandidat Tulisokibart bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Hidradenitis suppurativa den primären sowie wichtige sekundäre Endpunkte.
Den klinischen Maßstab HiSCR50 erzielten nach 16 Behandlungswochen 72 Prozent der Patienten in der Hochdosis-Gruppe und 64 Prozent in der mittleren Dosisgruppe, während die Vergleichsgruppe unter Placebo auf 35 Prozent kam. Laut MSD sollen die Erkenntnisse direkt in die Vorbereitung eines Phase-3-Programms einfließen.
Flankiert wird dieser Fortschritt von weiteren Zulassungserfolgen im Onkologiebereich. Vor rund einer Woche erteilte die US-Gesundheitsbehörde FDA die Freigabe für eine Kombinationstherapie aus Welireg und Lenvima zur Behandlung von vorbehandelten Erwachsenen mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom. Zudem erhielt MSD eine Erweiterung der US-Zulassung für das Lungenhochdruck-Medikament Winrevair, gestützt auf Daten der Phase-3-Studie Hyperion.
Lizenzabkommen und positive Analystenstimme
Um die frühe Onkologie-Entwicklung zu verstärken, sicherte sich der Konzern am Montag weltweite Exklusivrechte. Die Vereinbarung mit SciBrunch Therapeutics umfasst die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung des präklinischen oralen KRAS-G12D-Hemmers SPR2015. SciBrunch erhält eine Vorabzahlung von 400 Millionen $ und hat Aussicht auf erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen. Das gesamte finanzielle Potenzial der bereits abgeschlossenen Transaktion beziffert MSD auf bis zu 2,13 Milliarden $. Für das dritte Quartal 2026 rechnet das Management infolge der Vorabzahlung mit einer Vorsteuerbelastung von 400 Millionen $.
Rückenwind gab es in dieser Woche auch von Analystenseite. Die kanadische Bank Scotiabank hob am Dienstag ihr Kursziel für die Aktie von 155 auf 180 $ an und bestätigte die Einstufung mit „Outperform“.
Zur Begründung verwiesen die Experten auf Produkte und Pipeline-Projekte des Konzerns, die am Markt derzeit als unterbewertet angesehen würden. Mit einer Marktkapitalisierung von 315,12 Milliarden Euro gehört das Unternehmen weiterhin zu den Schwergewichten der weltweiten Pharmabranche.
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