Der MSCI World ETF steht vor einer der aktivsten Strukturwochen des laufenden Geschäftsjahres. Am 29. Mai tritt die halbjährliche Indexüberprüfung in Kraft, am 1. Juni folgt eine neue Free-Float-Methodik. Parallel dazu hat Morningstar dem Fonds Ende Mai das begehrte „Gold“-Medalist-Rating verliehen — die höchste Bewertungsstufe der unabhängigen Analysefirma.
Drei US-Neuzugänge dominieren das Rebalancing
Die Anpassungen betreffen den zugrunde liegenden MSCI World Index. Im breiteren MSCI ACWI Index stehen 49 Aufnahmen 101 Streichungen gegenüber. Für das entwickelte-Märkte-Universum des ETF sind die drei größten Neuzugänge nach Marktkapitalisierung Medline A, MasTec und TechnipFMC — allesamt US-Unternehmen. Die Änderungen treten zum Handelsschluss am 29. Mai in Kraft.
Zwei Tage später, am 1. Juni, wird eine überarbeitete Free-Float-Methodik wirksam. Sie könnte die Gewichtung einzelner Positionen im Portfolio weiter verschieben. MSCI begründet die Maßnahmen mit dem Ziel, die Large- und Mid-Cap-Segmente entwickelter Märkte präziser abzubilden.
Morningstar vergibt Höchstnote — trotz Gebührenlücke
Das Gold-Rating basiert zu 100 Prozent auf einer Analystenbewertung von Prozess, Team und Fondsgesellschaft. Morningstar hebt die Fähigkeit des ETF hervor, das globale Aktienuniversum entwickelter Märkte effektiv abzubilden. Die Gesamtkostenquote von 0,24 Prozent bleibt dennoch ein Diskussionspunkt. Konkurrent Invesco hat die Gebühren vergleichbarer Weltaktien-Produkte kürzlich auf 0,05 Prozent gesenkt.
Seit Jahresbeginn legte der Fonds um 9,13 Prozent zu. Der Technologiesektor steuert mit 30,31 Prozent Portfolioanteil den größten Teil der Performance bei. NVIDIA führt die Einzelpositionen mit 6,16 Prozent an, gefolgt von Apple (4,96 Prozent) und Microsoft (3,36 Prozent). Amazon und Alphabet (beide Klassen zusammen) kommen auf 2,86 respektive 4,74 Prozent. Die zehn größten Positionen machen rund 28 Prozent des Fondsvermögens aus, das aktuell bei 8,07 Milliarden US-Dollar liegt.
Dividende und Allzeithoch-Nähe
Am Mittwoch schloss der ETF bei 203,91 US-Dollar — nur 0,04 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 204,00 US-Dollar, das am 26. Mai markiert wurde. Der RSI liegt bei 94,6 und signalisiert eine extreme technische Überhitzung. Seit dem Jahrestief von 152,70 US-Dollar Ende März hat der Fonds 33,54 Prozent zugelegt.
Am 15. Juni steht die halbjährliche Dividendenausschüttung an. Schätzungen gehen von rund 1,26 US-Dollar je Anteil aus. Damit reihen sich innerhalb von drei Wochen drei strukturelle Ereignisse aneinander: Indexanpassung, Methodik-Update, Ausschüttung.
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