MSCI-Rekordjagd löst Panik aus!

Starke Quartalszahlen treiben den Indexanbieter MSCI auf ein Allzeithoch, während dessen Entscheidung den indonesischen Aktienmarkt in eine schwere Krise stürzt.

Auf einen Blick:
  • Indonesischer Leitindex stürzt über 8 Prozent ab
  • MSCI übertrifft mit Gewinn und Umsatz die Erwartungen
  • Dividende wird deutlich erhöht, BlackRock-Vertrag verlängert
  • Goldman Sachs stuft indonesische Werte herab

Während die Aktionäre des Indexanbieters MSCI jubeln, herrscht in Südostasien Chaos. Starke Quartalszahlen katapultierten das US-Papier auf ein neues Allzeithoch, doch eine administrative Entscheidung des Konzerns schickte den indonesischen Aktienmarkt zeitgleich auf Talfahrt. Was steckt hinter dieser extremen Diskrepanz zwischen Unternehmensgewinn und Markteffekt?

Einbruch in Jakarta

Die Auswirkungen der Index-Politik waren in Jakarta heute brutal zu spüren. Der Leitindex IDX Composite stürzte während der asiatischen Sitzung um über 8 Prozent ab, was automatische Handelsunterbrechungen auslöste. Marktbeobachter führen diesen Ausverkauf direkt auf die Ankündigung von MSCI zurück, Indexanpassungen und Gewichtungen für Indonesien aufgrund von „Transparenzbedenken“ und „Investierbarkeitsrisiken“ einzufrieren.

Die Reaktion der institutionellen Anleger war eindeutig. Goldman Sachs stufte indonesische Aktien umgehend auf „Underweight“ herab und warnt vor passiven Abflüssen zwischen 2,2 und 7,8 Milliarden Dollar. Ausländische Investoren reagierten bereits mit massiven Verkäufen, wobei allein im regulären Handel Abflüsse von über 6 Billionen Rupiah verzeichnet wurden. Besonders Schwergewichte wie Telkom Indonesia (minus 11,9 Prozent) gerieten unter die Räder.

Glänzende Zahlen in New York

Völlig konträr präsentiert sich die Lage beim Verursacher selbst. Die MSCI-Aktie kletterte dank überzeugender Q4-Zahlen auf ein Rekordhoch und schloss bei 615,44 US-Dollar – ein Plus von fast 6 Prozent. Ein bereinigter Gewinn von 4,66 Dollar pro Aktie und ein Umsatzsprung von gut 10 Prozent übertrafen die Erwartungen der Wall Street.

Zusätzlich treiben zwei Faktoren die Nachfrage institutioneller Käufer an:
* Eine Erhöhung der Quartalsdividende um knapp 14 Prozent auf 2,05 Dollar.
* Die Verlängerung des Vertrags mit dem Vermögensverwalter BlackRock bis zum Jahr 2035.

Auch Insider zeigten sich zuletzt optimistisch: CEO Henry Fernandez hatte bereits im laufenden Quartal Aktien im Wert von rund 6,7 Millionen Dollar erworben.

Charttechnik und Ausblick

Technisch befindet sich die MSCI-Aktie nach dem Ausbruch über den Widerstandsbereich von 600 bis 605 Dollar in einem starken Aufwärtstrend. Diese Zone dient nun als Unterstützung. In Jakarta hingegen wurden charttechnische Dämme gebrochen; der Index fiel unter die Marken von 8.500 und 8.320 Punkten und markierte den steilsten Absturz seit April 2025.

Die kommenden Handelstage werden zeigen, ob die angekündigten Maßnahmen der indonesischen Finanzaufsicht OJK zur Stabilisierung greifen oder ob weitere Limit-Downs folgen. Für MSCI-Aktionäre bleibt derweil die psychologische Marke von 620 Dollar entscheidend für die Fortsetzung der Rallye.

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