MP Materials hat im zweiten Quartal 2026 eine operative Kehrtwende vollzogen und die Erwartungen beim Umsatz übertroffen. Wesentliche Treiber dieser Entwicklung waren staatliche Ausgleichszahlungen der US-Regierung zur Preisstabilisierung Seltener Erden sowie eine deutliche Ausweitung der Produktionsmengen.
Während das Unternehmen bei strategisch wichtigen Rohstoffen neue Rekordwerte erreicht, sichert ein neuer Großauftrag aus der Verteidigungsindustrie die langfristige Auslastung der Trennungsanlagen am Standort Mountain Pass.
Operative Wende und Produktionsrekorde
Der Umsatz von MP Materials kletterte im zweiten Quartal 2026 auf 108,49 Millionen US-Dollar. Medienberichten zufolge entspricht dies einem Anstieg von 89 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Ein zentraler Pfeiler dieses Wachstums war eine staatliche Preisschutzmaßnahme der US-Regierung, die dem Unternehmen eine Unterstützungszahlung in Höhe von 17,6 Millionen US-Dollar einbrachte. Diese Zahlung diente dazu, die Erlöse aus dem Geschäft mit Seltenen Erden trotz schwankender Marktpreise zu stabilisieren.
Operativ gelang dem Konzern die Rückkehr in die Gewinnzone beim Cashflow: Mit einem operativen Cashflow von 6,8 Millionen US-Dollar wurde das Defizit des Vorjahresquartals, das noch bei 3,6 Millionen US-Dollar gelegen hatte, deutlich überwunden. Das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) lag bei einem Minus von 0,01 US-Dollar.
Maßgeblich für die verbesserte operative Lage war die gesteigerte Effizienz in der Förderung. Die Produktion von Neodym-Praseodym (NdPr) stieg im Vergleich zum Vorjahr um 41 Prozent auf 840 Tonnen. Laut Reuters-Berichten plant das Management, diesen Wert im laufenden dritten Quartal auf über 1.000 Tonnen zu steigern.
Langfristiger Liefervertrag für den Verteidigungssektor
Zusätzlich zur bestehenden Produktion baut MP Materials seine Kapazitäten im Bereich der Trennung schwerer Seltener Erden weiter aus. Wie das Unternehmen am Montag vergangener Woche bekannt gab, wurde eine mehrjährige Vereinbarung mit einem großen US-amerikanischen Luftfahrt- und Verteidigungskonzern über die Lieferung von Gadoliniumoxid unterzeichnet. Der Vertrag hat laut Unternehmensangaben einen Wert im dreistelligen Millionenbereich.
Diese Partnerschaft ist eng mit der Erweiterung der Veredelungsstufen in der Mountain-Pass-Mine verknüpft. Gadolinium findet vor allem in Hochtechnologie-Anwendungen und spezialisierten Legierungen Verwendung, was die strategische Bedeutung von MP Materials für die US-Industrie unterstreicht.
Die Verkaufszahlen für NdPr-Oxide und Metalle stiegen bereits im abgelaufenen Quartal um 277 Prozent, was die steigende Nachfrage nach veredelten Produkten widerspiegelt.
Analysten zwischen Kaufempfehlung und Verkaufssignal
Die jüngsten Zahlen und strategischen Fortschritte sorgen in der Analystengemeinschaft für ein geteiltes Echo. Das Analysehaus DA Davidson bekräftigte am Montag vergangener Woche die Kaufempfehlung („Buy“) für die Aktie und beließ das Kursziel bei 82,00 US-Dollar. Im Gegensatz dazu stufte Zacks Research den Wert am vergangenen Freitag von „Hold“ auf „Strong Sell“ herab.
Am Markt wurde die Kursentwicklung zuletzt von Gewinnmitnahmen geprägt. Am Freitag verlor das Papier 4,0 Prozent und schloss bei 48,65 Euro. Damit notiert die Aktie derzeit 8,1 Prozent über ihrem gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage, der bei 44,98 Euro liegt.
Trotz der kurzfristigen Volatilität und der uneinheitlichen Analystenstimmen stützen die operativen Fortschritte bei den Produktionsmengen und die staatliche Flankierung die fundamentale Position des Unternehmens im Sektor der kritischen Mineralien.
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