Morgan Stanley räumt auf und das überrascht. Die amerikanische Großbank streicht rund 3 % ihrer weltweiten Belegschaft. Das sind etwa 2.500 Jobs, die jetzt wegfallen. Die Entlassungen betreffen alle drei Hauptgeschäftsbereiche: Investment Banking und Trading, Wealth Management sowie Investment Management.
Das Pikante daran ist der Zeitpunkt. Morgan Stanley hat gerade ein Rekordjahr hinter sich. Die Einnahmen aus dem Investment Banking und Trading sowie aus dem Vermögensverwaltungsgeschäft erreichten 2025 Höchststände. Die Wealth-Management-Sparte allein verzeichnete im vierten Quartal ein Umsatzplus von 13 %. Trotzdem fliegen Mitarbeiter raus.
Die Bank beschäftigt insgesamt rund 83.000 Menschen. Die Kürzungen finden sowohl in den USA als auch in internationalen Niederlassungen statt. Viele der Entlassungen erfolgten bereits am Mittwoch, der Prozess hatte jedoch schon in der Vorwoche begonnen.
Künstliche Intelligenz als Jobkiller
Morgan Stanley reiht sich damit ein in eine Welle von Entlassungen im White-Collar-Bereich. Viele Unternehmen begründen die Stellenstreichungen mit Produktivitätsgewinnen durch künstliche Intelligenz. Jack Dorsey kündigte für Block an, 40 % der Belegschaft zu entlassen, mehr als 4.000 Mitarbeiter. Auch Salesforce strich rund 4.000 Stellen im Kundenservice, Pinterest plant Kürzungen von fast 15 %.
Ob KI wirklich der Hauptgrund ist oder ob es schlicht um Kostensenkungen geht, darüber streiten Analysten. Bei Morgan Stanley wirkt die Begründung jedenfalls dünn, wenn gleichzeitig Rekordumsätze eingefahren werden. Die Aktie selbst hat in den vergangenen zwölf Monaten um 38 % zugelegt und zeigt sich von den Entlassungen bislang unbeeindruckt.
Für die betroffenen Mitarbeiter ist das natürlich ein Schock. Für Anleger bleibt die Frage, ob diese Kostensenkungen langfristig die Margen verbessern oder ob hier eine Bank ihre besten Leute verliert, während sie gleichzeitig Rekordgewinne macht. Die nächsten Quartale werden zeigen, ob sich der harte Schnitt auszahlt.
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