Ein Boom bei Fusionen und Übernahmen zahlt sich für Morgan Stanley aus. Die US-Bank hat im zweiten Quartal 2026 Zahlen vorgelegt, die selbst optimistische Schätzungen klar übertrafen. Der Gewinn je Aktie kletterte auf 3,46 Dollar — Analysten hatten im Schnitt nur 2,93 Dollar erwartet.
Der Nettogewinn stieg auf 5,436 Milliarden Dollar, nach 3,392 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Der Umsatz legte um 27,1 Prozent auf 21,348 Milliarden Dollar zu und übertraf die Konsensschätzung von 19,62 Milliarden Dollar deutlich. Die Aktie reagierte im vorbörslichen Handel mit einem Plus von rund einem Prozent.
Handelssparte als Treiber
Den größten Ausschlag gab das Aktienhandelsgeschäft. Die Erlöse aus dem Aktienhandel erreichten 6,30 Milliarden Dollar und lagen damit weit über der Prognose von 4,47 Milliarden Dollar. Das Investmentbanking-Geschäft mit institutionellen Kunden brachte 2,44 Milliarden Dollar ein, die Beratungserlöse stiegen auf 798 Millionen Dollar.
Hinter diesen Zahlen steht ein M&A-Markt, der sich in ungewöhnlichem Tempo erholt hat. Der weltweite Wert angekündigter Übernahmen erreichte im ersten Halbjahr 2,8 Billionen Dollar — ein Anstieg von 48 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und der stärkste erste Halbjahreswert seit Beginn der Aufzeichnungen durch LSEG im Jahr 1980. Ein günstigeres regulatorisches Umfeld und robuste Aktienmärkte haben Unternehmenschefs offenbar ermutigt, wieder größere Deals anzugehen.
Morgan Stanley war an mehreren der größten Transaktionen des Quartals direkt beteiligt. Die Bank beriet Fertitta Entertainment bei der Übernahme von Caesars Entertainment im Volumen von 17,6 Milliarden Dollar, agierte als Lead-Underwriter beim Börsendebüt von SpaceX mit einer Marktbewertung von 2 Billionen Dollar und begleitete den Chiphersteller Cerebras bei dessen Börsengang. Zudem war die Bank als gemeinsamer Bookrunner an der Kapitalerhöhung von Alphabet beteiligt.
Profitabilität übertrifft Erwartungen
Auch die Ertragskennzahlen fielen kräftiger aus als vorhergesagt. Die Eigenkapitalrendite lag bei 20,7 Prozent, verglichen mit einer Schätzung von 17,4 Prozent. Die Rendite auf das materielle Eigenkapital erreichte 26,6 Prozent gegenüber erwarteten 22,1 Prozent.
Die harte Kernkapitalquote blieb mit 14,8 Prozent im Rahmen der Prognosen. Das verwaltete Vermögen wuchs auf 2,00 Billionen Dollar und übertraf damit die Erwartung von 1,94 Billionen Dollar, während sich die Kosteneffizienzquote auf 65 Prozent verbesserte — besser als der prognostizierte Wert von 68,1 Prozent.
Die Ergebnisse zeigen, wie stark Morgan Stanley von der Erholung der Kapitalmärkte profitiert. Sowohl der Handelsbereich als auch das Beratungsgeschäft laufen deutlich über Plan, während die operative Effizienz gleichzeitig zunimmt.
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