Der britische Baukonzern Morgan Sindall verzeichnet wichtige operative Fortschritte bei zwei Großprojekten. Gestern unterzeichnete der HM Courts & Tribunals Service den Vertrag mit Morgan Sindall Construction für einen 40 Millionen Pfund teuren Gerichtskomplex in Blackpool.
Zeitgleich übergab das Unternehmen das fertiggestellte Revitalisierungsprojekt Kilburn Mews in der britischen Hauptstadt an den Auftraggeber Places for London. Am Aktienmarkt geriet das Papier heute dennoch unter Abgabedruck und notiert bei 41,80 GBP.
Justizkomplex in Blackpool vertraglich besiegelt
Der Neubau an der Devonshire Road in Blackpool umfasst Räumlichkeiten für Zivil-, Familien- und Magistratsgerichte. Das Projekt war zuvor ins Stocken geraten, nachdem der ursprünglich beauftragte Baukonzern ISG im September 2024 Insolvenz angemeldet hatte.
Der Baubeginn hatte sich dadurch verschoben. Das frühere Gerichtsgebäude vor Ort war Ende 2023 wegen statischer Probleme mit Porenbeton (RAAC) dauerhaft geschlossen und im Frühjahr 2025 abgerissen worden.
Für Morgan Sindall fügt sich der Neubau in einen größeren Rahmen ein. Das Projekt ist Bestandteil eines Auftragsübernahme-Pakets des britischen Justizministeriums mit einem Gesamtvolumen von 126 Millionen Pfund.
Diese Vereinbarung umfasst neben dem Gerichtsneubau auch Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten an drei Gefängnissen. Bis zur Fertigstellung des Neubaus verbleiben die Gerichtsverhandlungen an provisorischen Ausweichstandorten in der Region.
Nachhaltige Sanierung historischer Londoner Bahnbögen
Parallel zum Vertragsabschluss in Nordwestengland vollendete Morgan Sindall ein städtisches Sanierungsprojekt in London. Bei Kilburn Mews wurden zwölf viktorianische Eisenbahnviaduktbögen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts grundlegend modernisiert. Das Vorhaben entstand im Auftrag von Places for London und ist Teil einer Initiative, die über 800 historische Bahnbögen in der Metropole neu nutzen will.
Die bauliche Umsetzung stellte das Team vor erhebliche ingenieurtechnische Herausforderungen. Die Arbeiten fanden unmittelbar unter drei in Betrieb befindlichen Bahnstrecken statt. Neben einer Asbestsanierung mussten zuvor undokumentierte Bausubstanzen und Schäden aus Bombentreffern des Zweiten Weltkriegs stabilisiert werden.
Um das historische Mauerwerk nicht zusätzlich zu belasten, installierten die Ingenieure innenliegende Stahlrahmen. Die zwölf neuen Gewerbeflächen und zwei Einzelhandelseinheiten arbeiten vollständig gasfrei über Luftwärmepumpen, Fußbodenheizungen und Nahwärme.
Aktie verliert im schwächeren Gesamtbild
Anleger reagierten ungeachtet der Auftragsnachrichten verhalten auf die jüngsten Entwicklungen. Die Aktie von Morgan Sindall gab heute um 3,5 Prozent nach. Auf Jahressicht beläuft sich das Minus der Notierung seit Jahresanfang auf 10 Prozent. Das operative Neugeschäft im öffentlichen Sektor unterstreicht jedoch die stabile Auftragslage der Bausparte in einem anspruchsvollen Marktumfeld.
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