Selten klafft die Lücke zwischen Geschäftszahlen und Kursreaktion so weit auseinander wie bei MongoDB. Der Datenbankspezialist hat im zweiten Quartal praktisch jede Kennzahl übertroffen und die Jahresprognose angehoben. Die Aktie brach trotzdem um rund 14 Prozent ein.
Zahlen deutlich über Erwartung
Der Umsatz stieg um 30 Prozent auf 771,8 Millionen US-Dollar und lag klar über den von Analysten erwarteten 735 Millionen US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie sprang von 1,00 auf 1,90 US-Dollar, während der Markt nur 1,62 US-Dollar auf dem Zettel hatte.
Unter dem Strich drehte MongoDB in die Gewinnzone: 40,9 Millionen US-Dollar Nettogewinn stehen einem Verlust von 47 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal gegenüber.
Auch die Profitabilität zog kräftig an. Die bereinigte operative Marge kletterte auf 24 Prozent, nach 15 Prozent vor einem Jahr. Der freie Cashflow verdoppelte sich nahezu auf 137,6 Millionen US-Dollar. CFO Mike Berry sprach von einem „sehr starken und zunehmenden operativen Hebel“ im Geschäft.
Besonders bemerkenswert: Die vertraglich zugesagten, aber noch nicht verbuchten Umsätze legten um 91 Prozent zu, kurzfristig betrachtet um 73 Prozent. Das deutet auf ein prall gefülltes Auftragsbuch für die kommenden Quartale hin – Atlas, die Cloud-Plattform von MongoDB, gilt dabei als wichtigster Treiber.
Warum die Aktie trotzdem fällt
Der Blick auf die Kosten dürfte die Verkaufswelle ausgelöst haben. Die operativen Aufwendungen stiegen um 12 Prozent, ein gutes Stück davon entfiel auf zusätzliche Investitionen in KI-Infrastruktur. Ausgerechnet der Bereich, der künftiges Wachstum sichern soll, sorgt damit für Skepsis bei Anlegern, die offenbar mehr Zurückhaltung bei den Ausgaben erwartet hatten.
Der Ausblick selbst gibt dafür keinen Anlass zur Sorge. Für das dritte Quartal rechnet MongoDB mit einem bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 1,57 und 1,61 US-Dollar bei einem Umsatz von 756 bis 761 Millionen US-Dollar – beides über den bisherigen Schätzungen.
Für das Geschäftsjahr 2027 hob das Unternehmen die Prognose auf 6,39 bis 6,58 US-Dollar Gewinn je Aktie sowie 2,99 bis 3,03 Milliarden US-Dollar Umsatz an, nach zuvor 5,95 bis 6,14 US-Dollar respektive 2,92 bis 2,96 Milliarden US-Dollar.
Der Kurseinbruch zeigt damit weniger ein operatives Problem als vielmehr, wie hoch die Messlatte für MongoDB inzwischen liegt. Wachstum und Marge müssen nicht nur stimmen – sie müssen die ohnehin schon optimistischen Erwartungen übertreffen, ohne dass die KI-Investitionen sichtbar auf die Kosten drücken. Genau an dieser Kombination ist die Aktie am Dienstag gescheitert.
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