Die Schwäche im chinesischen Luxusmarkt trifft die Branche hart und hinterlässt deutliche Spuren bei den italienischen Modehäusern. Berichten von Bloomberg zufolge verzeichneten die 25 populärsten Luxusmarken in China im Juli einen Umsatzrückgang von mehr als zehn Prozent.
Hintergrund ist offenbar eine Kampagne der dortigen Behörden zur Besteuerung von Offshore-Vermögen und zur Unterbindung von Kapitalabflüssen. Dies löste gestern eine Verkaufswelle aus, die auch das Papier von Moncler erfasste. Der Anteilsschein schloss am Dienstag bei 46,97 Euro, was einem Tagesverlust von 2,8 Prozent entspricht. Damit notiert der Wert nur noch knapp über seinem 52-Wochen-Tief.
Verunsicherung im gesamten Sektor
Die aktuelle Marktbewegung spiegelt eine wachsende Verunsicherung wider, die den gesamten europäischen Luxussektor erfasst hat. Neben Moncler mussten auch Wettbewerber wie Brunello Cucinelli und Davide Campari-Milano Verluste hinnehmen.
Medienberichten zufolge wird die Entwicklung in China zunehmend als Belastungsprobe für die Industrie gewertet, da die dortige Konsumzurückhaltung strategische Herausforderungen offenbart. Für Moncler bedeutet die aktuelle Dynamik einen weiteren Rückschlag in einem ohnehin schwierigen Jahr; seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 15 Prozent an Wert verloren.
Unter den Experten herrscht Uneinigkeit über die künftige Entwicklung des Unternehmens. Die Analysten von Citi bestätigten am 18. August ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 63,00 Euro. Sie verwiesen dabei auf eine im Branchenvergleich robuste Bilanz sowie die steigende Bedeutung des Direktvertriebs, gepaart mit einer strikten Kostenkontrolle.
Im Gegensatz dazu stufte die Deutsche Bank das Unternehmen am 12. August als einen ihrer am wenigsten favorisierten Werte im Luxussektor ein. Als Risiken nannten die Experten die starke Produktkonzentration auf Oberbekleidung sowie die Gefahr enttäuschender Finanztrends in den kommenden Monaten.
Expansion in Japan und den USA
Ungeachtet der Marktturbulenzen treibt Moncler seine globale Expansion voran. Am Samstag gab das Unternehmen die Erweiterung seiner Präsenz im japanischen Niseko-Hirafu bekannt. Die dortige Verkaufsfläche wurde um 60 Prozent vergrößert, wobei der Fokus verstärkt auf der „Moncler Grenoble“-Kollektion liegt, um gezielt solvente Besucher anzusprechen.
Zudem verstärkt die Gruppe ihre Aktivitäten im Bereich Footwear. Mitte August wurden die neue „CityTrek“-Sneaker-Linie sowie die Herbst/Winter-Kollektion 2026 vorgestellt, die unter anderem Kooperationen mit Partnern wie Clarks Originals und Moon Boot umfasst.
In der Führungsebene gab es bereits im Juli personelle Weichenstellungen. Während Alexandre Arnault und Geoffroy van Raemdonck aus dem Verwaltungsrat ausschieden, rückte Sidney Toledano, Special Advisor bei LVMH, in das Gremium nach. Operativ blickt der Markt nun auf den September, wenn Moncler die Eröffnung eines neuen Flagship-Stores auf der Fifth Avenue in New York plant.
Ob diese Schritte ausreichen, um die Schwäche im wichtigen asiatischen Markt aufzufangen, bleibt ein zentraler Faktor für das zweite Halbjahr. In der ersten Jahreshälfte 2026 konnte das Unternehmen den Umsatz noch um 9 Prozent auf 1,29 Milliarden Euro steigern.
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