Der US-Konzern Modine Manufacturing baut seinen Fertigungsstandort im texanischen Jacksonville deutlich aus. Mit einer neuen, vollautomatisierten Produktionslinie will das Unternehmen die Kapazitäten für Microchannel-Beschichtungen verdoppeln.
Als wesentlichen Grund für die Maßnahme nennt das Unternehmen die rasant steigende Nachfrage aus dem Bereich der Rechenzentren sowie dem HVACR-Sektor. An den Handelsplätzen beendete die Aktie die Handelswoche am Freitag bei 158,25 Euro mit einem Tagesverlust von 5,9 Prozent.
Ausbau der Fertigung in Texas
Im Rahmen des Ausbauprojekts in Jacksonville errichtet Modine eine automatisierte Linie für Microchannel-E-Coat- und Topcoat-Verfahren. Die technischen Planungsarbeiten laufen bereits, während die Fertigstellung und Inbetriebnahme für November 2027 terminiert sind. Die bestehende Fertigungslinie für Rundrohr-Lamellen-Wärmetauscher bleibt während der Erweiterung regulär in Betrieb.
Das Vorhaben ist Teil der Transformation des Unternehmens zu einem fokussierten Industrieanbieter. In diesem Zusammenhang schloss Modine kürzlich auch die Zusammenführung seines bisherigen Segments Performance Technologies mit Gentherm ab, die ein Transaktionsvolumen von rund 946,4 Millionen US-Dollar aufwies. Jeremy Patten, der diesen Unternehmensteil leitete, übernahm am Freitag die Rolle des Vorstandschefs beim Industrieunternehmen CPM.
Starker Schub durch Data-Center-Kühlungen
Die Ausrichtung auf modernste Kühlungstechnologien spiegelt sich bereits in den operativen Kennziffern wider. Im Geschäftsjahr 2026 kletterte der Spartenumsatz mit Rechenzentren um 73 Prozent auf mehr als 1,1 Milliarden US-Dollar.
Der anhaltende Ausbau moderner Serverstrukturen treibt den Wandel voran. Da konventionelle Luftkühlungen bei extrem dichten Serverarchitekturen an physikalische Grenzen stoßen, rücken spezialisierte Beschichtungs- und Flüssigkühlverfahren verstärkt in den Mittelpunkt der Beschaffung.
Für die kommenden Geschäftsjahre sicherte sich Modine bereits erhebliche Zusagen. Neben einer Vorauszahlung eines strategischen Kunden in Höhe von 165 Millionen US-Dollar peilt der Vorstand für den Zeitraum von 2027 bis 2029 Produkterlöse mit Rechenzentren von über vier Milliarden US-Dollar an.
Oppenheimer senkt Kursziel trotz Kaufempfehlung
Am Freitag passte das Analysehaus Oppenheimer seine Bewertung für Modine an und reduzierte das Kursziel von 300 auf 260 US-Dollar. Die Einstufung behielten die Experten mit „Outperform“ jedoch bei. Zur Begründung verwiesen die Analysten auf die sichtbaren Fortschritte bei der Neuausrichtung des Geschäftsmodells sowie das anhaltende Umsatzpotenzial.
Über einen Zeitraum von 30 Tagen behauptet der Titel an der Börse ein Kursplus von 2,2 Prozent. Der gezielte Kapazitätsausbau soll dem Unternehmen dabei helfen, die steigenden Auftragsbestände der Rechenzentrumsbetreiber langfristig abzusichern.
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