Moderna erlebt einen der außergewöhnlichsten Kursaufschwünge der jüngeren Börsengeschichte. Am Freitag legte die Aktie um 8,6 Prozent zu, nachdem eine Welle von Kurszielanhebungen die Rally von Ende der Vorwoche weitertrug. Ausgelöst hatte die Bewegung der Erfolg der personalisierten mRNA-Krebstherapie des Unternehmens in einer Phase-3-Studie.
Melanom-Studie liefert positive Daten
Moderna und Merck & Co. gaben am 19. August bekannt, dass die Phase-3-Studie INTerpath-001 ihr primäres Ziel erreicht hat. Die kombinierte Behandlung aus der personalisierten mRNA-Therapie intismeran (mRNA-4157/V940) und Merck-Präparat Keytruda verlängerte bei Patienten mit reseziertem Hochrisiko-Melanom das rückfallfreie Überleben.
Auch der wichtige sekundäre Endpunkt, das metastasenfreie Überleben, wurde erreicht. Die Partner wollen die vollständigen Daten auf einem internationalen Fachkongress vorstellen und anschließend Gespräche mit Zulassungsbehörden weltweit aufnehmen.
Wall Street korrigiert Kursziele deutlich nach oben
Die Reaktion der Analystenhäuser fiel ungewöhnlich heftig aus. William Blair stufte Moderna am Freitag von „Market Perform“ auf „Outperform“ hoch und bezeichnete die Krebsimpfstoff-Daten als Wendepunkt für die gesamte mRNA-Plattform des Unternehmens. Goldman Sachs erhöhte am selben Tag sein Kursziel von 67 auf 120 US-Dollar, beließ die Einstufung aber bei „Neutral“.
Loop Capital setzte ein neues Kursziel von 135 US-Dollar an. Selbst JPMorgan Chase, das trotz der Anhebung von 40 auf 77 US-Dollar an seiner skeptischen „Underweight“-Einstufung festhielt, signalisierte damit indirekt, dass die klinischen Daten das fundamentale Bild verändert haben.
Parallel zur Analystenwelle verstärkte ein Short Squeeze die Kursbewegung: Berichten zufolge waren rund 12 Prozent der frei handelbaren Aktien leerverkauft, was den Kaufdruck bei steigenden Kursen zusätzlich befeuerte.
Institutionelle Investoren steigen ein
Auch große Kapitalverwalter positionierten sich neu. BlackRock meldete am 20. August eine neue Beteiligung von gut 30,6 Millionen Aktien im Wert von rund 2,14 Milliarden US-Dollar, was einer Beteiligung von 7,66 Prozent entspricht.
Bereits Anfang August hatte Capital World Investors eine passive Beteiligung von 5,6 Prozent offengelegt. Solche Zuflüsse großer Adressen unterstreichen, dass institutionelle Anleger die Neubewertung mittragen und nicht nur kurzfristig orientiertes Kapital die Rally trägt.
Operatives Geschäft bleibt im Umbruch
Neben der Onkologie-Nachricht kamen weitere Fortschritte hinzu. Die US-Arzneimittelbehörde FDA genehmigte am 5. August mit mFLUSIVA den ersten mRNA-basierten Grippeimpfstoff des Unternehmens – das zweite kommerzielle Produkt überhaupt. Zudem startete Moderna Anfang August eine Phase-1-Studie für den Impfstoffkandidaten mRNA-1469 gegen das Bundibugyo-Ebolavirus.
Die Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026 zeigten unterdessen ein gemischtes Bild: Der Umsatz von 145 Millionen US-Dollar und ein Verlust je Aktie von 1,97 US-Dollar übertrafen zwar die Analystenschätzungen, verdeutlichen aber, dass das Kerngeschäft weiterhin von Verlusten geprägt ist.
Bewertung mit hoher Schwankungsbreite
Der Börsenkurs notiert trotz des jüngsten Anstiegs noch 17 Prozent unter dem im laufenden Jahr erreichten 52-Wochen-Hoch. Die Diskrepanz zwischen operativen Zahlen und Aktienkurs zeigt, wie stark die Neubewertung derzeit von der Hoffnung auf den kommerziellen Durchbruch der Krebstherapie getragen wird – und wie sensibel die Aktie auf jede neue Nachricht aus dem Zulassungsprozess reagieren dürfte.
Moderna-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Moderna-Analyse vom 23. August liefert die Antwort:
Die neusten Moderna-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Moderna-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
