Moderna treibt seine Neuausrichtung massiv voran und sichert sich dafür frisches Kapital in Milliardenhöhe. Während das Unternehmen die Finanzierung für seine Onkologie-Pipeline ausbaut, erhielt es zeitgleich die US-Zulassungen für die kommende Impfsaison. Damit festigt der Konzern seine Position jenseits des reinen Pandemie-Geschäfts.
Milliarden-Finanzierung für die Onkologie-Sparte
Am Freitag legte Moderna die Bedingungen für eine deutlich aufgestockte Privatplatzierung fest. Das Volumen der zinslosen Wandelschuldverschreibungen mit Fälligkeit im Jahr 2032 stieg von ursprünglich geplanten 2,0 Milliarden auf 2,6 Milliarden US-Dollar. Zusätzlich wurde den Erstkäufern eine Option auf weitere 400 Millionen US-Dollar eingeräumt.
Die Erlöse aus dieser Kapitalmaßnahme sollen laut Unternehmensangaben für allgemeine Geschäftszwecke verwendet werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Flexibilität, Investitionen in das Wachstum des Onkologie-Bereichs zu tätigen sowie bestehende Schulden zu tilgen. Die Aktie notiert aktuell bei 117,46 Euro.
Grünes Licht für neue Impfstoff-Varianten
Parallel zur finanziellen Absicherung treibt Moderna die Produktpalette voran. Am Donnerstag genehmigte die US-Gesundheitsbehörde FDA ergänzende Zulassungsanträge für die 2026-2027-Formulierungen der COVID-19-Impfstoffe Spikevax und mNEXSPIKE. Die neuen Varianten sind auf die XFG-Subvariante der JN.1-Linie ausgerichtet.
Spikevax ist künftig für Personen ab einem Alter von sechs Monaten mit Vorerkrankungen sowie für alle Senioren ab 65 Jahren zugelassen. Für mNEXSPIKE gilt die Zulassung für die Altersgruppe zwischen 12 und 64 Jahren mit entsprechenden Vorbedingungen sowie ebenfalls für alle Erwachsenen über 65 Jahre. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier eine Wertsteigerung von 342 Prozent.
Analysten heben den Daumen
Die jüngsten Entwicklungen lösten positive Reaktionen bei Marktbeobachtern aus. Die Analysten von Argus stuften den Wert am Freitag von „Hold“ auf „Buy“ hoch und setzten ein Kursziel von 180 US-Dollar fest. Als Begründung dienten vor allem die neuen FDA-Zulassungen für die saisonalen Impfstoffe.
Bereits am 24. August hatte Wolfe Research das Rating auf „Peerperform“ angehoben. Das Analysehaus schätzt das potenzielle Umsatzmaximum für den personalisierten Krebsimpfstoff Intismeran auf 9,2 Milliarden US-Dollar über vier Hauptindikationen hinweg. Diese Schätzung bezieht sich auf die Bruttoerlöse vor der Gewinnteilung mit dem Partner Merck.
Anleger blicken nun auf den 26. und 27. Oktober. Dann sollen die vollständigen Phase-3-Daten zur Wirksamkeit von Intismeran bei Melanom-Patienten auf dem ESMO-Kongress in Madrid präsentiert werden. Trotz der dynamischen Entwicklung der letzten Monate liegt der Kurs derzeit noch rund 21 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 149,62 Euro.
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