Moderna-Anleger ziehen die Reißleine. Nach einer beeindruckenden Rallye bis auf ein neues 52-Wochen-Hoch korrigiert das Biotech-Papier nun um über sieben Prozent. Die hohen Erwartungen der letzten Monate weichen einer nüchtnen Bewertung.
Analysten bremsen die Euphorie
Morgan Stanley lieferte den Impuls für die jüngsten Abgaben. Analyst Matthew Harrison hob zwar sein Kursziel von 33 auf 39 US-Dollar an, bestätigte jedoch seine neutrale Einstufung. Die jüngsten Fortschritte bei Krebs-Therapien und Kombinations-Impfstoffen seien bereits weitgehend im Preis enthalten.
Investoren nutzten diese Einschätzung für Gewinnmitnahmen. Immerhin legte die Aktie seit Jahresbeginn um rund 136 Prozent zu. Ein Teil dieser Vorschusslorbeeren wird nun vom Markt wieder einkassiert.
Zahlen und Pipeline im Fokus
Ende Juli präsentiert Moderna seinen Finanzbericht für das zweite Quartal. Die Investoren blicken dabei besonders auf die Nachhaltigkeit des Wachstumskurses. Im ersten Quartal stieg der Umsatz auf 400 Millionen US-Dollar — ein deutlicher Sprung im Vergleich zum Vorjahr.
Für das Gesamtjahr 2026 hält das Management an seinen Zielen fest. Der Erlös soll um rund zehn Prozent zulegen. Impulse erhofft sich das Unternehmen dabei auch von internationalen Partnerschaften.
Technischer Rücksetzer vor wichtiger Entscheidung
An der Börse kühlte sich die Lage zuletzt spürbar ab. Der Relative-Stärke-Index (RSI) sank von über 70 auf moderate 57,5 Punkte. Parallel dazu korrigierte der Kurs von seinem jüngsten Hoch bei knapp 75 Euro deutlich nach unten.
Trotz des aktuellen Rücksetzers bleibt der Aufwärtstrend formal intakt. Das Papier notiert weiterhin rund 27 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 48,78 Euro.
Im August steht eine wegweisende Entscheidung der US-Gesundheitsbehörde FDA an. Es geht um die Zulassung des Grippeimpfstoff-Kandidaten mRNA-1010. Ein Beratergremium stimmte bereits einstimmig mit 9:0 Stimmen für das Nutzen-Risiko-Profil des Mittels. Die finale Genehmigung wäre der nächste fundamentale Meilenstein für die Transformation zum Multi-Produkt-Konzern.
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