Nach dem historischen Kurssprung folgt bei Moderna die Ernüchterung. Am Donnerstag verlor die Aktie im US-Handel zeitweise mehr als 23 Prozent und fiel auf 133,74 US-Dollar. Der Rückschlag folgt auf eine der stärksten Tagesrallys der Biotech-Geschichte – und offenbart ein bemerkenswertes Detail: Kein einziges der neu angehobenen Analystenkursziele lag über dem Schlusskurs vom Rallye-Tag.
Die Kursziele bleiben hinter der Rallye zurück
Am Mittwoch hatten Moderna und Merck positive Phase-3-Daten zu ihrem gemeinsamen Melanom-Impfstoff Intismeran Autogene gemeldet. Die Studie INTerpath-001 erreichte sowohl den primären Endpunkt des rezidivfreien Überlebens als auch einen wichtigen sekundären Endpunkt – nach Unternehmensangaben die erste erfolgreiche späte Studienphase überhaupt für eine mRNA-basierte Krebstherapie.
Die Aktie schoss daraufhin um 176,97 Prozent auf 174,38 US-Dollar nach oben, die Marktkapitalisierung sprang an einem einzigen Tag von rund 45 auf 70 Milliarden Dollar.
Die Reaktion der Analysten fiel trotzdem verhalten aus. Bank of America hob ihr Rating von Underperform auf Hold und das Kursziel auf 170 US-Dollar an. Morgan Stanley beließ es bei Hold, erhöhte das Ziel aber von 39 auf 89 US-Dollar.
RBC Capital hob sein Ziel von 45 auf 130 US-Dollar, UBS auf 150 Dollar, Goldman Sachs auf 120 Dollar. Der Konsens aus 15 Häusern blieb neutral, mit einem mittleren Kursziel von 74,54 US-Dollar bei einer Spanne von 40 bis 170 US-Dollar – deutlich unter dem Rallye-Hoch.
Genau diese Konstellation gilt als zentraler Auslöser der Gewinnmitnahmen. Wenn selbst die optimistischsten neuen Ziele unter dem Kurs liegen, fehlt kurzfristig die fundamentale Rechtfertigung für weitere Anschlussgewinne.
Warum die Vorsicht nachvollziehbar ist
Ein Rechenbeispiel liefert den Kontext. Moderna wäre an den Einnahmen aus Intismeran Autogene nur zur Hälfte beteiligt, den Rest erhält Merck. Bei einem angenommenen Spitzenumsatzpotenzial von fünf Milliarden Dollar entspräche das für Moderna rund 2,5 Milliarden Dollar – ein Bruchteil des Anstiegs der Marktkapitalisierung um etwa 25 Milliarden Dollar. Hinzu kommt: Die veröffentlichten Topline-Daten enthielten keine konkreten Kennzahlen wie Hazard Ratios, was eine präzise Modellierung des kommerziellen Potenzials erschwert.
RBC-Analyst Luca Issi brachte es auf den Punkt, als er trotz Lob für die Daten erklärte, der aktuellen Marktkapitalisierung nicht hinterherlaufen zu wollen. Er verwies zugleich auf das Eindecken von Leerverkaufspositionen als Verstärker der Rallye – Shortseller sollen dabei Verluste im mehrstelligen Milliardenbereich erlitten haben.
Auch BioNTech und Merck zogen am Rallye-Tag deutlich an, gaben die Gewinne am Donnerstag aber nur moderat wieder ab – ein Hinweis darauf, dass sich die Korrektur überwiegend auf Moderna konzentriert.
Die vollständigen Studiendaten sollen auf einer internationalen Fachtagung präsentiert werden, begleitet vom Austausch mit Zulassungsbehörden. Als nächster Termin für Moderna gilt vorläufig der 29. Oktober 2026 – dann dürfte sich zeigen, ob die Detailwerte die Erwartungen stützen, die der Markt am Mittwoch kurzzeitig eingepreist hatte.
Moderna-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Moderna-Analyse vom 21. August liefert die Antwort:
Die neusten Moderna-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Moderna-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
