Erst ein kräftiger Rücksetzer, dann eine Erholung, am Ende nur noch ein Zucken im Minus – die Moderna-Aktie zeigte am Freitag einen ungewöhnlich nervösen Handelsverlauf. Dabei lieferte der BioNTech-Rivale beim zweiten Quartal 2026 eigentlich handfeste positive Überraschungen ab.
Verlust fällt geringer aus als erwartet
Moderna schrieb im zweiten Quartal einen Verlust von 1,97 US-Dollar je Aktie. Das ist weniger als die von 17 Analysten im Schnitt erwarteten 2,03 US-Dollar Minus – und auch eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahreswert von 2,13 US-Dollar je Aktie. Beim Umsatz übertraf das Unternehmen die Prognosen noch deutlicher: 145 Millionen US-Dollar standen zu Buche, während 15 Branchenkenner im Mittel nur mit 102,9 Millionen US-Dollar gerechnet hatten – ein erwarteter Rückgang von 27,5 Prozent, der so nicht eintrat. Im Vorjahresquartal hatte der Umsatz bei 142 Millionen US-Dollar gelegen, Moderna legte also sogar leicht zu.
Trotz dieser Zahlen, die klar über den Erwartungen lagen, reagierte der Markt zunächst mit Verkaufsdruck. Vorbörslich rutschte die Aktie an der NASDAQ zeitweise um 8,44 Prozent auf 53,03 US-Dollar ab. Im weiteren Handelsverlauf drehte der Kurs jedoch, kletterte zeitweise um 1,43 Prozent auf 58,75 US-Dollar und pendelte sich zuletzt bei 57,74 US-Dollar ein – ein moderates Minus von 0,31 Prozent.
Die Diskrepanz zwischen soliden Zahlen und wackeligem Kurs dürfte auch damit zusammenhängen, dass Moderna trotz der Verbesserungen weiterhin tief in den roten Zahlen steckt. Ein Verlust von knapp zwei US-Dollar je Aktie bleibt ein Verlust, egal ob er die Erwartungen schlägt oder nicht. Für Anleger zählt am Ende offenbar weniger die Überraschung gegenüber den Analystenschätzungen als die Frage, wann das Unternehmen zurück in die Gewinnzone findet.
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