Moderna Aktie: 176,97-Prozent-Sprung am 19. August

Moderna-Aktie zeigt nach Rekordrally deutliche Verluste. Trotz starker Studiendaten fehlen Gesamtüberlebenszahlen, Analysten bleiben skeptisch.

Auf einen Blick:
  • Kurs sprang nach Studienerfolg
  • Fehlende Gesamtüberlebensdaten bemängelt
  • Analysten raten weiterhin zum Halten
  • Hohe Produktionskosten pro Dosis

Moderna hat mit seinem Krebsimpfstoff-Programm gemeinsam mit Merck etwas geschafft, das der Biotech-Branche selten gelingt: eine Aktie, die binnen weniger Handelstage um mehrere hundert Prozent nach oben schießt.

Am 19. August sprang der Kurs um 176,97 Prozent, nachdem die Phase-3-Studie INTerpath-001 mit 1.137 Patienten ihre primären und sekundären Endpunkte erreicht hatte. Seither pendelt das Papier zwischen Euphorie und Ernüchterung. Für mich ist genau diese Achterbahn der eigentliche Anlass, nüchtern hinzuschauen, statt sich vom Momentum mitreißen zu lassen.

Die Daten sind gut – aber nicht überwältigend gut

Der personalisierte mRNA-Impfstoff Intismeran autogene, kombiniert mit Merck-Präparat Keytruda, senkte in der Phase-2-Nachbeobachtung das Risiko für Rezidiv oder Tod bei Hochrisiko-Melanom um 49 Prozent, das Risiko für Fernmetastasen oder Tod um 59 Prozent. Das sind reale klinische Fortschritte.

Doch Gesamtüberlebensdaten fehlen bislang, worauf auch der taiwanesische Forscher Chen Pei-jer von Academia Sinica hingewiesen hat, der explizit Hazard Ratios und Overall-Survival-Zahlen einfordert. Ohne diese Daten bleibt die Bewertung des tatsächlichen Nutzens unvollständig – ein Punkt, den der Markt in seiner ersten Kursreaktion offenkundig ausgeblendet hat.

Bemerkenswert finde ich auch die kommerzielle Seite: Berichten zufolge könnte eine Dosis rund 500.000 US-Dollar kosten, bei Herstellungskosten von über 100.000 Dollar pro individuell gefertigtem Patientenpräparat und einer Produktionszeit von sechs bis neun Wochen.

GlobalData rechnet mit einem Umsatzpotenzial von über einer Milliarde Dollar bis 2031, Barclays kommt auf 3 Milliarden Dollar bis 2035, Wolfe Research auf ein Spitzenumsatzpotenzial von 9,2 Milliarden Dollar. Diese Spannbreite zeigt: Selbst die Analysten sind sich über die kommerzielle Dimension alles andere als einig.

Ein kommerzieller Start wird laut Branchenschätzungen frühestens Mitte 2027 möglich – das ist für ein Melanom-Präparat mit begrenzter Patientenzahl (weltweit rund 331.700 Neuerkrankungen jährlich) eine lange Wegstrecke bis zu nennenswerten Erlösen.

Ein Kurs, der bereits sehr viel Optimismus einpreist

Aktuell notiert die Moderna-Aktie bei 127,52 Euro, nach einem Rückgang von 6,1 Prozent am heutigen Mittwoch. Allein binnen einer Woche hat das Papier 15 Prozent verloren, nachdem es zuvor auf sein 52-Wochen-Hoch von 149,62 Euro geklettert war. Diese Volatilität – die 30-Tage-Schwankungsbreite liegt annualisiert bei über 500 Prozent – ist für mich das eigentliche Warnsignal.

Der Markt hat die Studienergebnisse zunächst gefeiert, dann einen erheblichen Teil der Gewinne wieder kassiert. Das spricht dafür, dass die erste Kursreaktion überschossen war und der Markt inzwischen realistischer kalkuliert, wie lange der Weg von positiven Phase-3-Daten zu tatsächlichen Umsätzen tatsächlich ist.

Institutionelle Investoren wie Northwestern Mutual Wealth Management haben zwar im zweiten Quartal zugekauft, doch der Analysten-Konsens lautet weiterhin „Hold“, mit einem durchschnittlichen Kursziel, das deutlich unter dem aktuellen Niveau liegt. Diese Diskrepanz zwischen kurzfristiger Kursrally und mittelfristiger Analystenskepsis unterstreicht meine Zurückhaltung.

Unterm Strich: Substanz ja, aber der Zeithorizont zählt

Moderna hat mit dem Krebsimpfstoff-Programm zweifellos wissenschaftlich Boden gutgemacht. Die Kombination aus mRNA-Technologie und Checkpoint-Inhibitor Keytruda liefert belastbare Zwischendaten, und drei weitere Phase-3-Studien bei Lungenkrebs (INTerpath-002, -009, -014) könnten das Potenzial noch erweitern. Für mich überwiegt aber derzeit das Risiko einer überzogenen kurzfristigen Bewertung gegenüber dem tatsächlich schon gesicherten kommerziellen Wert.

Solange Gesamtüberlebensdaten fehlen, die Zulassung noch aussteht und ein Preis von 500.000 Dollar pro Dosis den adressierbaren Markt strukturell begrenzt, bleibt die Aktie für mich ein Wette auf ferne Zukunftsszenarien – keine Bewertung, die sich allein aus den bisher vorliegenden klinischen Fakten ableiten lässt. Die Achterbahnfahrt der vergangenen Wochen dürfte deshalb kein Einzelfall bleiben.

Moderna-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Moderna-Analyse vom 26. August liefert die Antwort:

Die neusten Moderna-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Moderna-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Moderna: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Hinweis: Teile dieses Artikels wurden mithilfe Künstlicher Intelligenz erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)