Die Aktie von Moderna verzeichnet am heutigen Mittwoch einen deutlichen Kursaufschlag. Haupttreiber für das positive Sentiment sind die jüngst erfolgte Zulassung eines neuen mRNA-Grippeimpfstoffs für ältere Erwachsene sowie Quartalsergebnisse, die über den Erwartungen der Analysten lagen. Heute notiert die Aktie bei 55,03 Euro, was einem Zuwachs von 4,4 Prozent entspricht.
mFLUSIVA: Erster mRNA-Grippeimpfstoff erhält grünes Licht
Ein wesentlicher Meilenstein für das Unternehmen ist die Zulassung von mFLUSIVA (auch bekannt als mRNA-1010) durch die US-Gesundheitsbehörde FDA. Es handelt sich dabei um den ersten saisonalen Grippeimpfstoff auf Basis der mRNA-Technologie, der speziell für Erwachsene ab 50 Jahren freigegeben wurde. Medienberichten zufolge soll der Impfstoff bereits für die kommende Saison 2026-2027 zur Verfügung stehen.
In einer groß angelegten Phase-3-Studie mit insgesamt 40.805 Teilnehmern in elf Ländern zeigte das Vakzin eine um 26,6 Prozent höhere Wirksamkeit im Vergleich zu einem herkömmlichen Vergleichspräparat.
Ein entscheidender logistischer Vorteil der mRNA-Plattform ist die verkürzte Produktionszeit. Diese reduziert sich von üblicherweise sechs Monaten bei herkömmlichen Verfahren auf lediglich zwei bis drei Monate. Dadurch kann die Auswahl der Virusstämme zeitlich näher an den Beginn der Grippesaison rücken, was die Passgenauigkeit des Impfstoffs erhöhen dürfte.
Überraschendes Umsatzplus im zweiten Quartal
Parallel zur Produktzulassung legte Moderna die Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026 vor. Das Unternehmen meldete einen Umsatz von 145 Millionen US-Dollar und übertraf damit die Konsensschätzungen der Analysten, die im Vorfeld lediglich von 102,93 Millionen US-Dollar ausgegangen waren.
Auch beim Ergebnis je Aktie schnitt der Konzern besser ab als erwartet: Der Verlust belief sich auf 1,97 US-Dollar pro Papier, während der Markt mit einem Minus von 2,03 US-Dollar gerechnet hatte.
Zusätzliche finanzielle Stabilität verschafft ein Vergleich mit Arbutus Biopharma. Die Vereinbarung sieht eine Gesamtsumme von 950 Millionen US-Dollar vor. Davon hat Moderna bereits 178,4 Millionen US-Dollar erhalten, eine weitere Tranche in Höhe von 179,4 Millionen US-Dollar ist als Forderung verbucht.
Diese Liquiditätsspritze stützt die Forschung und Entwicklung weiterer Projekte, während das Unternehmen gleichzeitig mit Herausforderungen durch reduzierte Bestände bei Großinvestoren konfrontiert ist. So verringerte die Bank of America ihren Anteil an Moderna im ersten Quartal 2026 um 28,3 Prozent durch den Verkauf von 388.494 Aktien.
Skepsis bei Analysten trotz Kursrallye
Trotz der operativen Fortschritte und einer beeindruckenden Kursentwicklung – seit Jahresbeginn konnte das Papier bereits um 107 Prozent zulegen – bleiben viele Marktbeobachter vorsichtig. Das durchschnittliche Analysten-Rating wird derzeit mit „Reduce“ angegeben, wobei ein mittleres Kursziel von 42,13 US-Dollar markiert wird.
Kritische Stimmen weisen zudem auf Sicherheitsaspekte in den mFLUSIVA-Studien hin, bei denen 449 schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SAEs) gegenüber 389 in der Kontrollgruppe registriert wurden.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erfuhr der Wert heute durch Berichte über einen Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff mit acht Fällen und drei Toten. Da Moderna in der präklinischen Forschung zu diesem Virus aktiv ist, sorgte dies für spekulatives Interesse.
Die Analysten von Evercore ISI schätzen das direkte Umsatzpotenzial hieraus jedoch als gering ein und bezeichnen die dadurch ausgelösten Kursbewegungen als rein sentimentgetrieben. Dennoch bleibt die Aktie durch die Kombination aus Produktzulassung und soliden Finanzdaten im Fokus der Anleger.
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