Der Kupferproduzent MMG erlebt einen ereignisreichen Start in die Handelswoche. Gleich zwei positive Meldungen treiben den Aktienkurs an: JP Morgan hat die Coverage aufgenommen, und eine Tochterfirma sicherte sich eine neue Kreditlinie. Die Aktie notiert aktuell bei 1,01 Euro, ein Tagesplus von gut sieben Prozent. Mit rund 53 Punkten ist der RSI neutral – die jüngste Erholung hat den Wert weder überkauft noch aus dem langfristigen Abwärtstrend befreit. Seit Jahresbeginn steht immerhin ein Plus von gut fünf Prozent.
JP Morgan sieht reines Kupfer-Investment
Die US-Großbank JP Morgan hat die Coverage mit „Overweight“ und einem Kursziel von 13 Hongkong-Dollar aufgenommen – mit Zeithorizont bis Dezember 2027. Das entscheidende Argument: Kupfer macht 90 Prozent des Bruttogewinns von MMG aus. Analysten beschreiben das Unternehmen als „Pure Copper Play“. Und die Prognosen sind ambitioniert. Für den Nettogewinn erwarten die Experten eine jährliche Wachstumsrate von 52 Prozent zwischen 2025 und 2028.
Allein für 2026 rechnet JP Morgan mit einem Nettogewinn von 1,6 Milliarden Dollar – ein massiver Sprung im Jahresvergleich.
Gleichzeitig scheinen zwei zentrale Baustellen in der Pipeline Fortschritte zu machen. Die peruanische Mine Las Bambas durchläuft laut Analyse die stabilste Phase seit März 2023. Das ist bemerkenswert. Immer wieder hatte das Werk mit politischen Unruhen und Blockaden zu kämpfen. In Botswana läuft die Expansion der Khoemacau-Mine planmäßig. Die Kapazität soll sich in der zweiten Phase bis zur ersten Jahreshälfte 2028 auf 130.000 Tonnen pro Jahr verdoppeln.
Auch die Bilanz wird robuster. Die Gesamtverschuldung fiel von 4,6 Milliarden Dollar (2024) auf 3,3 Milliarden Dollar im Jahr 2025. Das senkt die jährlichen Zinsaufwendungen um rund 26 Prozent.
Frische Liquidität für die operative Stabilität
Parallel zur Analysteninitiative vermeldete MMG diese Woche eine neue revolvierende Kreditfazilität in Höhe von 125 Millionen Dollar für die Minera Las Bambas. Das Geld stammt von der Bank of America. Die Laufzeit erstreckt sich bis Mai 2031. Damit will das Unternehmen Betriebsausgaben, Investitionen und strategische Projekte finanzieren.
Eine Bedingung: Die chinesische Muttergesellschaft China Minmetals und MMG selbst müssen die Mehrheitsbeteiligung und die Kontrolle über die Tochter behalten. Das ist ein klares Signal an die Kreditgeber.
Die operative Unsicherheit in Südamerika und der Fortschritt der Expansionsprojekte in Afrika bleiben die zentralen Treiber für die weitere Kursentwicklung. Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von fast 62 Prozent ist das Papier nichts für schwache Nerven. Der Kurs liegt noch gut 20 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 1,27 Euro – erreicht Ende Januar 2026. Die Wette auf MMG ist eine Wette auf Kupfer. Und auf die operative Stabilität in Peru.
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