Mitsubishi Electric macht ernst mit dem Umbau. Der japanische Elektronikkonzern will seine Autosparte verkaufen und erwartet Gebote von bis zu 1,9 Milliarden Dollar. Bis zum 26. Januar sollen die ersten Angebote von Autozulieferern und Private-Equity-Fonds vorliegen. Das ist ein klares Signal: Hier wird ausgemistet.
Die Zahlen sprechen für sich. Die Autosparte erzielte im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres einen Umsatz von 423 Milliarden Yen. Die operative Marge liegt jedoch bei mageren 5 Prozent. Der Konzern selbst schafft 8,2 Prozent. Das ist ein Unterschied, der schmerzt und den sich Mitsubishi Electric offenbar nicht mehr leisten will.
Die Einheit produziert Inverter und Motoren für Hybrid- und Elektrofahrzeuge sowie Infotainment-Systeme. Genau die Bereiche also, in denen der Kostendruck brutal ist. Die Verlangsamung des globalen E-Auto-Marktes macht die Sache nicht besser. Geld verdienen wird hier immer schwieriger.
Radikaler Konzernumbau läuft auf Hochtouren
Mitsubishi Electric hatte die Autosparte bereits im April 2024 als eigenständige Tochter ausgegliedert. Damals kündigte man schon an, sich vom Geschäft mit Navigationssystemen zu verabschieden. Jetzt folgt der komplette Ausstieg. Andere Elektronikkonzerne machen es vor: Panasonic verkaufte 2024 ebenfalls Anteile seiner Autosparte an Apollo Global Management.
Der Konzern hat im Mai vergangenen Jahres eine Strukturreform angekündigt, die es in sich hat. Geschäfte mit einem Gesamtumsatz von rund 800 Milliarden Yen stehen auf dem Prüfstand. Bis Ende des laufenden Geschäftsjahres soll entschieden werden, was bleibt und was geht. Der Verkauf der Autosparte ist offenbar nur der Anfang.
Investoren sollten genau hinschauen, wohin die freigesetzten Mittel fließen werden. Mitsubishi Electric will sich verschlanken und profitabler werden. Ob das gelingt, hängt davon ab, wie konsequent der Konzern den Umbau durchzieht. Die nächsten Monate werden zeigen, ob hier wirklich ein neues Mitsubishi Electric entsteht oder nur halbherzig aufgeräumt wird.
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