Microvision-Aktie: Strategischer Schwenk

Microvision stellt auf der CES 2026 eine neue Strategie für industrielle LiDAR-Sensoren vor, die durch drastische Preisreduktion den Markt aufmischen soll.

Auf einen Blick:
  • Neues LiDAR-Kit für Industrieautomatisierung vorgestellt
  • Preise deutlich unter bisherigen Marktstandards
  • Aktie gewinnt über fünf Prozent an Wert
  • Serienproduktion neuer Sensoren für 2026 geplant

Die Microvision-Aktie zeigt heute im frühen Handel deutliche Bewegung. Hintergrund ist eine strategische Neuausrichtung, die das Unternehmen auf der CES 2026 in Las Vegas vorgestellt hat. Der neue CEO Glen DeVos setzt klar auf industrielle und Verteidigungsanwendungen – und will mit aggressiver Preisgestaltung den Markt für autonome Sensoren aufmischen.

Aggressive Preispolitik für den Industriemarkt

Im Zentrum der Präsentation stand ein spezielles LiDAR-Kit für die Industrieautomatisierung. Microvision will damit etablierte elektromechanische Systeme in Gabelstaplern und Lastwagen ersetzen. Die integrierte Lösung aus vier Festkörpersensoren und Wahrnehmungssoftware soll zwischen 4.000 und 6.000 US-Dollar kosten. Das ist ein deutlicher Bruch mit den bisherigen Marktpreisen: Bisherige Sensor-Suiten für autonome Gabelstapler liegen bei etwa 20.000 Dollar.

CEO DeVos legte auch eine langfristige Technologie-Roadmap vor. Bis 2029 strebt das Unternehmen LiDAR-Einheiten für 200 Dollar (Kurzstrecke) und 300 Dollar (Langstrecke) im Automobilmarkt an. Kern ist eine „Tri-Lidar-Architektur“, die auf teure, mechanische Dachmodule verzichten kann.

MicroVision, Inc. Aktie Chart

Marktreaktion und Produktfortschritt

Die neue Strategie findet Anklang bei Investoren. Die Aktie schloss den gestrigen Handel mit einem Plus von 5,41 Prozent bei 0,94 Dollar. Das Handelsvolumen lag etwa 400.000 Aktien über dem 20-Tage-Durchschnitt, was auf institutionelles Interesse hindeutet. Technisch durchbrach der Titel das Widerstandsniveau bei 0,92 Dollar und nähert sich der psychologisch wichtigen Ein-Dollar-Marke.

Der Fokus auf Festkörpertechnologie bietet nach einer schwierigen Phase 2025 einen klaren kommerziellen Pfad. Die Branche hatte mit Verzögerungen bei Großaufträgen aus der Automobilindustrie zu kämpfen. Microvision konzentriert sich nun auf Märkte mit kürzeren Verkaufszyklen, wie Lagergeländesicherheit und autonome Logistik.

Ausblick auf Produktionsmeilensteine

Die nächsten konkreten Schritte sind bereits abgesteckt. Die Serienproduktion der nächsten Generation von MOVIA S-Sensoren soll im vierten Quartal 2026 anlaufen. Ein wichtiger Termin für Aktionäre sind die vollständigen Jahreszahlen für 2025, die im Februar erwartet werden. Sie werden erstmals Aufschluss über die Umsatzbeiträge der neu angekündigten Industrieverträge geben. Der Markt beobachtet nun weitere mögliche Partnerschaftsankündigungen, die von der CES-Messe ausgehen könnten.

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