MicroStrategy, die inzwischen nur noch Strategy heißt, befindet sich weiterhin auf dem Weg nach unten und hat die nächste Unterstützung nach unten verlassen. Der Bitcoin fungiert hier klar als Leitmarkt.
MSCI-Entscheidung fällt positiv, aber begrenzt aus
Der wichtigste Impuls kam von MSCI. Nach monatelanger Unsicherheit entschied der Indexanbieter, sogenannte „Digital-Asset-Treasury-Companies“ wie MicroStrategy vorerst nicht aus den globalen Indizes zu entfernen. Für den Markt war das ein spürbares Aufatmen. Ein Ausschluss hätte laut Schätzungen Zwangsverkäufe in Milliardenhöhe ausgelöst, bei MicroStrategy womöglich sogar im zweistelligen Milliardenbereich.
Die Erleichterung hatte jedoch einen Haken. MSCI zog gleichzeitig die Zügel an. Künftige Aktienemissionen, die explizit dem Kauf weiterer Bitcoin dienen, dürfen von Indexfonds nicht mehr automatisch mitgekauft werden. Damit bleibt MicroStrategy zwar im Index, verliert aber einen bislang wichtigen und verlässlichen Nachfrageanker für neues Eigenkapital.
Parallel dazu treibt das Management seine Bitcoin-Strategie unbeirrt weiter. Zum Jahresstart wurden erneut über tausend Bitcoin zu Kursen um 90.000 US-Dollar erworben. Der Bestand liegt inzwischen bei rund 674.000 Bitcoin, mehr als drei Prozent der maximal existierenden Menge. Auf dem Papier entspricht das einem Marktwert von über 60 Milliarden US-Dollar. Finanziert wurde dieser Aufbau in den vergangenen Jahren über eine aggressive Mischung aus Wandelanleihen, Vorzugsaktien und Kapitalerhöhungen. Das erklärte Ziel bleibt unverändert, den Bitcoin-Bestand pro Aktie jährlich um rund 30 Prozent zu steigern. Genau hier zeigt sich jedoch die neue Fragilität des Modells.
Hinzu kommt die Bilanzseite. Ratingagenturen stufen MicroStrategy klar im spekulativen Bereich ein. Schulden und Dividendenverpflichtungen müssen in US-Dollar bedient werden, während der Großteil der Assets in nicht verzinslichen Bitcoin gebunden ist. Zwar hat das Unternehmen seine Cash-Reserven aufgestockt und betont, die Ausschüttungen auf Vorzugsaktien für mehrere Jahre bedienen zu können, ohne Bitcoin verkaufen zu müssen. Die Logik bleibt jedoch binär. Ein längerer Bitcoin-Bärenmarkt würde den Zugang zu frischem Kapital deutlich erschweren und den Hebel schmerzhaft wirken lassen.
MicroStrategy-Aktie im Chart-Check
Durch die aktuelle Schwäche im Kryptomarkt gerät Strategy weiter unter Druck, was sich auch klar im Chart widerspiegelt. Mit dem Unterschreiten der nächsten Unterstützungszone bei rund 173 US-Dollar hat sich diese Marke nun in eine zusätzliche Widerstandszone verwandelt. Auf der Unterseite befindet sich die nächste Unterstützung bei rund 120 US-Dollar. Diese ergibt sich aus den Tiefs vor dem starken Anstieg im Jahr 2024. Sollte der Kurs auch unter diese Marke fallen, würde sich das charttechnische Bild weiter eintrüben und zusätzliche Verkäufer in den Markt ziehen. Hier Strategy im Tageschart.

Den Link zu Tradingview und dem Chart findest du hier: https://www.tradingview.com/x/u6zUU5vI/
Mit Long-Positionen bin ich im aktuellen Umfeld eher vorsichtig. Sollte sich der Markt an der Unterstützung stabilisieren, könnte sich hier eine mögliche Kauf-Chance mit Rebound-Potenzial ergeben. Wichtig ist dabei auch der Bitcoin-Kurs, da dieser eine entscheidende Rolle spielt.
Sollte der Markt hingegen die Tiefs unterschreiten, könnte sich daraus eine potenzielle Verkaufschance ergeben. Auch ein Anlaufen der Widerstandszone bei rund 173 US-Dollar mit anschließender Abweisung könnte eine entsprechende Gelegenheit bieten. Das Ziel würde in diesem Fall an der unteren Zone rund um 120 US-Dollar liegen.
Ihr Konrad
MicroStrategy-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue MicroStrategy-Analyse vom 11. Januar liefert die Antwort:
Die neusten MicroStrategy-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für MicroStrategy-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
