Jahrelang war MicroStrategy damit beschäftigt, immer mehr Bitcoin zuzukaufen mit dem großen Versprechen, an Verkäufe gar nicht erst zu denken. Erst kürzlich gönnte sich das Unternehmen weitere Bitcoin mit einem Wert von 264,1 Millionen US-Dollar, was vollständig über die Ausgabe von neuen Aktien geschah.
Dieser Ansatz war in den Augen des Managements lange Zeit ein Erfolgsmodell. Denn in der Vergangenheit überstieg der Wert der Aktie jenen der damit abgebildeten Bitcoin im Bestand recht deutlich. Gemessen wird dies am Multiplikator des Nettoinventarwerts (mNAV). Jener gibt an, wie das Verhältnis einer Aktie zu den Bitcoin-Beständen ausfällt.
MicroStrategy und die Verwässerungsgefahr
Vor einem Jahr um diese Zeit lag dieser Wert noch bei 1,6 bis 1,8. Durch die Ausgabe neuer Aktien und den Kauf weiterer Bitcoins stieg also die Anzahl an Bitcoin pro Aktie. Damit hat es sich mittlerweile aber erledigt, wie unter anderem „beincrypto.com“ darlegt. Das mNAV liegt mittlerweile nur noch bei 0,94. Das bedeutet, dass Bitcoin-Zukäufe per Kapitalerhöhung defacto eine Verwässerung bewirken.
Dem ist das Management sich auch durchaus bewusst. Zu einer Anpassung der Strategie hat es allerdings bislang nicht geführt. Schließlich steckt MicroStrategy in einem Dilemma. Die Investoren setzen bei dem Unternehmen sehr bewusst auf eine Vermehrung von Bitcoin je Aktie. Bleibt dieser Effekt aus, geht das Interesse schnell verloren. Einfach auf weitere Bitcoin-Käufe verzichten kann MicroStrategy daher nicht, ohne eine negative Reaktion an der Börse zu provozieren.
MicroStrategy Aktie Chart
Die große Wette
Freilich würde die Problematik sich recht schnell in Luft auflösen, sollte der Bitcoin sich von seiner aktuellen Schwächephase erholen und wieder in deutlich höhere Gefilde aufsteigen. Allerdings steckt die Kryptowährung nun schon seit Mitte November in einer Seitwärtsbewegung fest. Eine Erholung bleibt zwar absolut im Bereich des Möglichen und der langjährige Aufwärtstrend beim Bitcoin ist bislang ungebrochen. Sollte jener aber längerfristig ins Stocken geraten, könnte MicroStrategy in eine sehr unangenehme Lage kommen.
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