Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
ein Technologiekonzern verliert binnen weniger Monate eine Billion Dollar an Börsenwert. Nicht weil die Geschäfte einbrechen. Nicht weil Kunden abwandern. Sondern weil der Markt eine Geschichte glaubt, die sich so noch nicht bewahrheitet hat. Die Rede ist von Microsoft und die aktuelle Bewertung des Unternehmens öffnet ein Zeitfenster, das Anleger kennen sollten.
Vom Gipfel in den Ausverkauf
Im Juli 2025 notierte die Microsoft-Aktie noch bei 555 Dollar. Die Marktkapitalisierung überstieg kurzzeitig vier Billionen Dollar. Heute ist das Papier rund 28 Prozent billiger zu haben. Der Konzern hat rechnerisch eine Billion Dollar an Börsenwert eingebüßt, ohne dass sich an den fundamentalen Kennzahlen Entscheidendes verändert hätte.
Was die Stimmung kippte, war keine Gewinnwarnung. Es war eine Erzählung. Seit dem Herbst 2025 dominiert an den Märkten die These, dass künstliche Intelligenz das klassische Unternehmenssoftwaregeschäft zerstören werde. KI-Agenten, so das Szenario, übernehmen Aufgaben, für die Unternehmen bislang teure Softwarelizenzen bezahlen. Kostenlose Open-Source-Modelle verdrängen proprietäre Lösungen. Das Abo-Modell, das Microsoft groß gemacht hat, wird hinfällig.
Diese Sorgen sind nicht vollständig unbegründet. Aber sie greifen zu kurz und der Markt bewertet Microsoft derzeit so, als wäre das Schlimmste bereits Gewissheit.
Eine Bewertung, die nachdenklich stimmt
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der erwarteten Gewinne liegt aktuell bei rund 22. Das ist der niedrigste Stand im Vergleich zum breiten Markt seit einem Jahrzehnt. Konkret bedeutet das: Microsoft wird derzeit nicht teurer bewertet als Konsumgüterkonzerne wie Coca-Cola, Home Depot oder Colgate-Palmolive. Unternehmen, die kaum wachsen.
Microsoft hingegen wächst. Für das laufende Geschäftsjahr, das im Juni 2026 endet, erwarten Analysten einen Umsatz von 328 Milliarden Dollar – ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn je Aktie soll um 21 Prozent auf 16,48 Dollar steigen. Ein Unternehmen mit diesen Wachstumsraten zu einem Markt-KGV zu kaufen, ist historisch selten.
Das letzte Mal, als Microsoft auf diesem relativen Bewertungsniveau handelte, im Januar 2023, legte die Aktie in den folgenden zwölf Monaten 73 Prozent zu.
Das Herzstück bleibt intakt
Um die These vom Untergang des Softwaregeschäfts zu prüfen, lohnt ein Blick in die Zahlen. Das Segment Productivity & Business Processes, das Microsoft 365 mit Outlook, Word und Excel sowie LinkedIn umfasst, erwirtschaftete in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2026 rund 67 Milliarden US-Dollar. Das entspricht 42 Prozent des Gesamtumsatzes. Das operative Ergebnis zeigt eine Bruttomarge von 82 Prozent. Und das Segment wuchs um 16 Prozent.
Von einer Apokalypse ist in diesen Zahlen nichts zu erkennen. Hinzu kommt: Selbst kritische Marktbeobachter räumen ein, dass frühe Hinweise aus dem Markt eher auf eine Zusammenarbeit von KI und Unternehmenssoftware hindeuten, nicht auf eine Verdrängung. Anthropic, ein führendes KI-Unternehmen, präsentierte jüngst eine unternehmensorientierte Strategie, die KI-Agenten explizit als Assistenten positioniert, gut darin, Excel, PowerPoint und andere Microsoft-Anwendungen zu bedienen. Die Nachricht ließ den Softwaresektor aufatmen.
Azure als Absicherung gegen jedes Szenario
Selbst wenn das pessimistische Szenario eintreten sollte, selbst wenn KI-Agenten einen erheblichen Teil des klassischen Softwaregeschäfts übernähmen, hätte Microsoft eine strukturelle Absicherung eingebaut. Der Cloud-Dienst Azure wächst derzeit mit rund 40 Prozent pro Jahr. Das Wachstum wäre sogar noch höher, wenn nicht ein Engpass an Rechenzentrumskapazitäten bremste.
Microsoft investiert in diesem Geschäftsjahr mehr als 100 Milliarden US-Dollar in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur. Azure ist bereits die Nummer zwei im globalen Cloud-Markt, hinter Amazon Web Services und wächst schneller. Entscheidend ist: KI-Agenten brauchen massive Rechenkapazitäten. Jeder KI-Agent, der ein Softwareprodukt ersetzt, ist gleichzeitig ein Kunde, der Azure-Kapazität bucht. Microsoft gewinnt in beiden Szenarien.
Wer von der KI-Infrastruktur profitieren will, sollte dabei nicht nur auf die bekannten Namen schauen. In einem kostenlosen Live-Webinar zeigen die Analysten Dr. Bernd Heim und Jörg Mahnert, wie man die spezialisierten Zulieferer identifiziert, die hinter den Kulissen der KI-Revolution stehen – von Server-Hardware-Produzenten über Kühlsystemspezialisten bis hin zu Daten-Integratoren, ohne die kein KI-Rechenzentrum läuft. Das Konzept kombiniert ein solides Value-Depot aus ausgewählten Zulieferern der zweiten Reihe mit gezielten Hebel-Strategien, die aus normalen Marktbewegungen überproportionale Gewinne erzielen sollen. Wer Microsoft als Infrastruktur-Investment versteht, wird schnell erkennen, dass die eigentliche Wertschöpfungskette noch tiefer reicht. Das Webinar kann 30 Tage kostenlos getestet werden. Zum kostenlosen Webinar: Die Depot-Architekten – KI-Zulieferer und Hebel-Strategien
Die OpenAI-Wette zahlt sich aus
Noch unterschätzter als Azure ist Microsofts Beteiligung an OpenAI. Die Geschichte beginnt 2019 mit einer Milliarde Dollar Investition, gefolgt von weiteren zehn Milliarden Dollar nach dem ChatGPT-Durchbruch. Insgesamt flossen rund 13 Milliarden Dollar – größtenteils in Form von Azure-Guthaben, was bedeutet: Microsoft baute gleichzeitig seine eigene Infrastruktur aus.
Heute wird OpenAI mit 840 Milliarden US-Dollar bewertet, nach einer Finanzierungsrunde zu Jahresbeginn. Microsofts Anteil wurde im Laufe der Zeit verwässert, doch Analysten schätzen den aktuellen Wert der Beteiligung auf über 200 Milliarden Dollar. Das entspricht einem erheblichen Teil der gesamten Marktkapitalisierung des Unternehmens und diese stille Reserve taucht in keiner gängigen Bewertungskennzahl auf.
Langsam anlaufen, dann dominieren
Wer Microsoft-Geschichte kennt, weiß: Der Konzern war selten der Erste. DOS war keine Innovation, Word und Excel waren zunächst Nachzügler, selbst Windows brauchte bis zur vierten Version, um die Welt zu verändern. Und als die Cloud aufkam, verschlief Microsoft den Anfang, um unter CEO Satya Nadella dann beharrlich aufzuholen und Azure zu einer der profitabelsten Infrastrukturen der Welt aufzubauen.
Dasselbe Muster zeigt sich bei Microsoft 365 Copilot, dem KI-Assistenten für Office-Anwendungen. Nach mehr als zwei Jahren und einem Preis von 30 Dollar monatlich zählt der Dienst 15 Millionen zahlende Nutzer. Das sind drei Prozent der installierten Basis. Bullish oder bärisch interpretierbar, je nach Perspektive. Doch historisch betrachtet war Microsofts langsamer Start immer nur die Einleitung zur Marktdominanz. Sobald ein Produkt ausgereift ist, nutzt der Konzern seine tiefen Kundenbeziehungen, aggressive Bündelstrategien und enormen Vertriebsapparat.
Was die Zahlen wirklich sagen
Der Markt steckt derzeit in einem Widerspruch: Einerseits sehen Investoren die massiven KI-Investitionen von Microsoft und wittern eine Überhitzung. Andererseits glauben sie, KI sei so disruptiv, dass sie das gesamte Softwaregeschäft vernichtet. Beides gleichzeitig kann nicht stimmen. Ein leerer KI-Hype hätte keine Infrastruktur-Nachfrage erzeugt. Eine totale Disruption des Softwaremarkts würde die KI-Investitionen mehr als rechtfertigen.
Microsoft steht in jedem dieser Szenarien besser da als fast jeder Wettbewerber – mit einem Cloud-Geschäft, das boomt, einer OpenAI-Beteiligung, die massiv an Wert gewonnen hat, und einem Kerngeschäft, das trotz aller Unkenrufe wächst. All das ist heute zum Preis eines durchschnittlichen Konsumgüterkonzerns zu haben.
Irgendwann wird der Markt aufhören, Microsoft als Narrative zu behandeln und wieder als Unternehmen bewerten. Wer dann nicht dabei ist, könnte teuer nachkaufen müssen.
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