Liebe Leserinnen, liebe Leser,
die Microsoft-Quartalszahlen am vergangenen Donnerstag haben den Markt spürbar enttäuscht. Trotz eines deutlichen Umsatz- und Gewinnanstiegs rutschte die Aktie nachbörslich ab und notiert heute etwa 25% unter dem Stand vom Oktober-Hoch. Grund zur Sorge? Heute nenne ich Ihnen Gründe, warum Sie den Software-Champion trotz der negativen Kursreaktion auf die Zahlen nicht verkaufen sollten.
Der Hauptgrund für den Rücksetzer dürfte weniger in den Zahlen selbst als in der Reaktion auf den KI-Investitionskurs des Konzerns gelegen haben: Anleger hatten große Erwartungen, dass sich die Milliarden schnell auszahlen, wurden aber mit hohen Kosten, einer „nur“ stabilen Azure-Wachstumsrate und einer allgemein abflauenden KI-Euphorie konfrontiert. In einem schwachen Umfeld (Einbruch der Edelmetalle) führte das zu der heftigen Kursreaktion.
Gleichzeitig passt das auch zu der Reaktion bei den Papieren anderer Groß-Konzerne, die sich wie Microsoft mit Milliarden-Investitionen KI zum Thema machten, bei denen der Return aber noch mau ausfiel. Inwiefern sich KI lohnt, wird aktuell unter den Firmenlenkern und bei den Geldgebern heiß diskutiert. Letztere haben mehr Zweifel als noch vor einem Jahr und messen die Konzerne wieder stärker an nackten Zahlen statt an Zukunftshoffnungen.
Hohes Wachstum und Ergebnisse über den Erwartungen
Fundamental betrachtet hat Microsoft allerdings ein sehr starkes Quartal hingelegt. Der Konzern steigerte den Umsatz um hohe 16% auf 81,3 Mrd. US-Dollar und lag damit über den Markterwartungen. Das operative Ergebnis kletterte überproportional um 21% auf 38,3 Mrd. Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 4,14 USD, ebenfalls deutlich über dem erwarteten Niveau von 3,97 USD und rund 24% höher als im Vorjahr. Microsoft schaffte im Kerngeschäft eine beeindruckende Margenstabilität, obwohl das Unternehmen gleichzeitig historisch hohe Summen in seine KI-Infrastruktur investierte.
Herzstück des Wachstums bleibt einmal mehr die Cloud-Plattform. Das Segment „Intelligent Cloud“ wuchs um 29% auf 32,9 Mrd. US-Dollar, Azure selbst legte um 39% zu. Dieses Wachstum lag zwar leicht über den Erwartungen, aber nicht deutlich darüber – was der Grund für die verhaltene Marktreaktion gewesen sein dürfte. Anleger hatten auf ein noch stärkeres Momentum gesetzt, um die massiven KI-Investitionen zu rechtfertigen. Solche Hoffnungen finden Sie nicht in den Konsensschätzungen. Sie sind wenig greifbar, treiben den Kurs aber dennoch in die eine oder andere Richtung, da daraus die Zukunft abgeleitet wird.
Microsofts FOMO gesünder als ein verschlafener KI-Trend
Bei Microsoft wird schon von Fehlinvestitionen gesprochen, da die Investoren feststellen mussten, dass die Wachstumsrate sich gegenüber dem Vorquartal verlangsamte. Ein weiterer Schwachpunkt war das Segment „More Personal Computing“, wo Gaming und OEM-Umsätze rückläufig waren. Der Software-Konzern hatte dies zwar vorher kommuniziert, aber das wird gerne vergessen, wenn der Stimmung sich bereits eintrübt.
Microsoft steckt wie beschrieben derzeit so viel Geld in seine Infrastruktur wie nie zuvor in seiner Unternehmensgeschichte. Vielleicht erinnert sich das Management an verschlafene Trends in den 2000er-Jahren, als die Aktie lahmte und die Investoren das Unternehmen zum sterbenden IT-Dino abstempelten. Dass man in den Zukunftsbereichen KI und Cloud viel investiert, um vorne dabei zu sein, ist also verständlich. Ob Microsoft so viel investiert, das Teile des Geldes verpulvert werden, ist durchaus möglich – aber vermutlich besser als die Beine still zu halten.
Diese Entwicklung erinnert mich an eine wichtige Investmentchance, die ich kürzlich analysiert habe. Bernd Wünsche zeigt in seinem Webinar zur Robotik-Revolution, wie KI nicht nur in der Cloud, sondern auch in der realen Welt durch intelligente Roboter-Systeme zur nächsten großen Tech-Welle wird. Er stellt einen Robotik-Champion vor, der ähnlich wie Microsoft in seinem Segment Marktführer ist und von der Verschmelzung von KI und Robotik profitieren könnte. Konkret analysiert er, warum dieser Sektor vor einem Wachstumssprung von 45 Milliarden auf 200 Milliarden US-Dollar bis 2030 steht. Sie erfahren, welche Unternehmen heute dort positioniert sind, wo NVIDIA vor dem KI-Boom stand. Details zur Robotik-Revolution und dem Robotik-Champion
Microsoft 2026: Wachstum bleibt hoch
Für das laufende Quartal erwartet Microsoft ein weiteres starkes Cloud-Wachstum. Azure soll im Bereich um die 37 bis 38% zulegen. Das ist sehr viel, aber es zeigt abermals keine weitere Beschleunigung des Trends. In einem Umfeld, in dem Investoren ohnehin schon vorsichtig gegenüber die KI-Milliarden-Investitionen geworden sind, reichte das vielleicht ebenfalls für Druck auf die Aktie aus. Die Wahrnehmung der Investoren lautet aktuell offenbar: Wer starke, aber nicht überragende Wachstumszahlen abliefert, gehört nicht zu den ganz großen KI-Gewinnern.
Für mich ist das zu pauschal. Langfristig bleibt Microsoft eines der Qualitätsschwergewichte im Tech-Sektor und eine solide Depot-Position. Die Azure-Wachstumsraten sind weiterhin beeindruckend und Investoren sollten nicht vergessen, dass Microsoft eine enorme Preissetzungsmacht im Softwarebereich hat. Sobald KI-Features einmal Bestandteil von Windows oder Office sind, entsteht eine dauerhaft wiederkehrende Einnahmequelle mit hohen Margen. Der Konzern skaliert diese Modelle bereits sichtbar: Copilot-Nutzerzahlen steigen, Unternehmenskunden binden KI-Automatisierungen in ihre Arbeitsabläufe ein, und im Security-Segment entstehen neue Plattformvorteile durch KI-gestützte Abwehrsysteme. Es gab keinen KI-getriebenen Gewinnsprung wie einige gehofft hatten, doch die Erfolge werden mit hoher Sicherheit kommen.
Gute operative Entwicklung und aktionärsfreundliche Unternehmenspolitik: Microsoft-Aktie überzeugt langfristig
Und finanziell bleibt Microsoft ebenfalls extrem solide aufgestellt und aktionärsfreundlich. Trotz der Investitionsoffensive flossen im vergangenen Quartal mehr als zwölf Milliarden Dollar über Rückkäufe und Dividenden an die Anteilseigner zurück. Die Cashflows sind stark genug, um sowohl Wachstum als auch Kapitalrückführungen zu stemmen, bei kleineren Spielern in der Branche sitzt das Geld längst nicht so locker. Zugleich zeigt die Erfahrung, dass bei neu aufkommenden Technologien die Platzhirsche sich mittelfristig stets den größten Teil vom Kuchen abschneiden.
Beim aktuellen Kursniveau liegt das KGV um die 27 – ambitioniert, aber durch zweistellige Umsatz- und deutlich höhere Gewinnwachstumsraten durchaus gerechtfertigt. Die Kursreaktion der vergangenen Tage sollten Sie daher nicht überinterpretieren. Sie ist ein Ausdruck der aktuellen Marktphase und streng genommen auch gesund: Anleger verlangen nach Beweisen, dass KI-Investitionen zu klarer Profitabilität führen. Für mich ist der Titel nach wie vor eine gesunde Depot-Beimischung mit Überraschungspotenzial bei den kommenden Ergebnissen.
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