Microsoft legt am Mittwoch Quartalszahlen vor, und der Termin fällt in eine Woche, in der gleich mehrere Zentralbanken entscheiden. Am selben Tag trifft die US-Notenbank Fed ihre Zinsentscheidung. Der Markt fragt sich, ob die gewaltigen KI-Investitionen der Techkonzerne sich auszahlen.
KI-Ausgaben im Zweifel
Zuletzt hatte die Skepsis gegenüber dem KI-Boom den Technologiesektor belastet. Meta sprach von einem „zunehmend herausfordernden Umfeld“ bei der Kapitalbeschaffung. Frische Finanzierungsrunden von Alphabet und SpaceX sowie erwartete Runden von Anthropic und OpenAI binden viel Geld. Der Nasdaq verlor daraufhin 2,6 Prozent, der schwächste Handelstag seit vier Monaten.
Auch die Sorge um die Finanzierung ist ein Thema. Broadcom-Chef Hock Tan nannte Kapital die möglicherweise größte Bremse für die KI-Entwicklung. Am Montag setzte sich die Schwäche in Asien fort: Chipwerte wie Tokyo Electron und Renesas gaben um jeweils mehr als 3 Prozent nach.
Microsoft gehört mit Amazon, Alphabet, Meta und Oracle zu den Konzernen, die 2026 zusammen rund 780 Milliarden Dollar investieren sollen. Ab 2027 erwarten Marktbeobachter mehr als eine Billion Dollar jährlich. Yardeni Research hält die Finanzierung der Großen dennoch für gesichert. Die Strategen sehen in der Verknappung von Kapital sogar eine gesunde Entwicklung, weil Geld effizienter eingesetzt werde.
Der Blick auf die Zahlen
Anleger suchen in den Berichten von Microsoft, Alphabet und Amazon nach Belegen, dass die Ausgaben für Rechenzentren in nachhaltige Umsätze und Gewinne münden. Für Microsoft ist das die zentrale Frage dieser Woche. Die Aktie schloss am Freitag mit einem Plus von 0,66 Prozent und hielt sich damit besser als Alphabet und Amazon.
Die Analysten bleiben optimistisch. Die Kursziele liegen laut den jüngsten Erhebungen zwischen 575 und 650 Dollar. Das entspricht einem Aufschlag von gut 20 bis fast 40 Prozent auf das aktuelle Niveau.
Ein weiteres Thema ist die Sicherheit. Der IBM-Sicherheitsbereich X-Force zählte bei großen Softwareanbietern, darunter Microsoft, von Januar bis September mindestens 10.124 bekanntgewordene Schwachstellen, rund 578 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Mehr als die Hälfte stufte das Punktesystem als hoch oder kritisch ein. Entdeckt wurden sie größtenteils mithilfe von KI.
Am Mittwoch, dem 28. Oktober, fällt damit beides zusammen: die Zinsentscheidung der Fed und die Microsoft-Zahlen. Die Fed soll die Zinsen laut Erwartung unverändert lassen, ihre Hinweise zum Zinspfad dürften wegen der erhöhten Ölpreise besonders genau gelesen werden.
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