Microsoft wirft seine Netze im Silicon Valley weiter aus. Der Softwarekonzern vertieft seine Partnerschaft mit dem einflussreichen Start-up-Inkubator Y Combinator. Das Ziel: Junge KI-Unternehmen sollen von Tag eins an an die eigene Cloud gebunden werden.
Gründer im Y-Combinator-Netzwerk erhalten künftig direkten Zugang zu Azure und Microsoft Foundry. Das Paket umfasst Startguthaben von bis zu 150.000 US-Dollar. Zusätzlich hilft Microsoft beim Trainieren der KI-Modelle und öffnet eigene Vertriebskanäle. Die Logik dahinter ist simpel. Wer früh auf Microsofts Servern baut, wechselt später selten die Plattform.
Y Combinator finanzierte bereits über 6.000 Start-ups. Darunter befinden sich bekannte Schwergewichte wie Airbnb, Stripe und OpenAI. Microsoft positioniert seine Cloud damit bewusst als Basis für neue KI-Produkte. Diese Anwendungen benötigen enorme Rechenleistung und müssen schnell wachsen können.
Das finanzielle Fundament für diese Expansion steht. Im dritten Geschäftsquartal kletterte der Konzernumsatz um 18 Prozent auf rund 83 Milliarden US-Dollar. Die wichtige Cloud-Sparte Azure wuchs parallel dazu um 40 Prozent.
Besonders das KI-Geschäft boomt. Hier erreichte Microsoft zuletzt eine jährliche Umsatzrate von 37 Milliarden US-Dollar. Die Sparte wuchs damit um 123 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Genau diese Basis sollen die neuen Start-up-Workloads künftig weiter stärken.
An der Börse verpufft die Nachricht vorerst. Die Microsoft-Aktie notiert aktuell bei 329,75 Euro und verzeichnet seit Jahresbeginn ein Minus von gut 18 Prozent. Der Kurs liegt damit deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 478,10 Euro.
Investoren fordern derzeit mehr als nur vielversprechende Partnerschaften. Die teure KI-Infrastruktur muss bald höhere operative Gewinne abwerfen. Bis dahin bleibt der Druck auf den Aktienkurs bestehen.
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