Manchmal sagt ein Satz mehr als jede Quartalspräsentation. „Unser Geschäft ist heute nicht gesund”, schrieb Asha Sharma, CEO von Xbox, am Montag in einer internen Mitteilung an die Belegschaft. Kein Euphemismus, kein Konzernsprech. Nur die nüchterne Feststellung, dass etwas grundlegend schiefläuft.
3.200 Stellen, vier Studios, ein Scherbenhaufen
Der Umfang des Kahlschlags ist heftig. Microsoft streicht bei Xbox rund 3.200 Stellen, das entspricht etwa einem Fünftel der gesamten Belegschaft der Games-Sparte. Vier Entwicklungsstudios werden verkauft, bei einem fünften hat der Prozess begonnen. Wer die Aktivisionblizzard-Übernahme von 2023 noch im Gedächtnis hat, der reibt sich jetzt die Augen.
Sharma begründet den Schritt mit Zahlen, die wenig Spielraum für Interpretation lassen: Xbox arbeite mit Margen, die drei- bis zehnmal niedriger seien als in vergleichbaren Geschäftsbereichen des Konzerns.
Zu teuer eingekauft, zu langsam umgebaut
Die Frage, die sich aufdrängt: Warum erst jetzt? Microsoft hat in den letzten Jahren Milliarden in die Games-Sparte gepumpt, Activision Blizzard für knapp 69 Milliarden Dollar übernommen, Studios aufgekauft, Abonnenten für den Game Pass geworben. Und nun räumt der Konzern selbst ein, dass die Grundökonomie nicht stimmt.
Sharma schreibt, Xbox müsse „neu ausgerichtet” werden. Was das konkret bedeutet, über die Stellenstreichungen und Studio-Verkäufe hinaus, ließ die Mitteilung offen.
Microsoft Aktie Chart
Die Aktie und das große Bild
Für Anleger ist das Xbox-Debakel nur ein Teil der Geschichte. Die Microsoft-Aktie notiert im laufenden Jahr rund 16 Prozent im Minus, die 52-Wochen-Spanne reicht von gut 310 bis knapp 492 Euro. Der norwegische Staatsfonds hat seine Beteiligung zuletzt reduziert. Die nächsten Quartalszahlen kommen erst Anfang Oktober.
Bis dahin bleibt die Frage, ob die Xbox-Reorganisation ein einmaliger Schnitt ist oder der Anfang einer längeren Bereinigung. Sharma hat die Diagnose gestellt. Die Therapie steht noch aus.
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