Seit 2019 hat Microsoft mehr als 13 Milliarden Dollar in OpenAI gesteckt. Viel Geld, viel Vertrauen, und lange Zeit auch viel Kontrolle. Nun hat sich das Verhältnis der beiden verschoben, und die neue Vereinbarung liest sich wie ein Kompromiss, bei dem eine Seite mehr gegeben hat als die andere.
Exklusivität weg, Flexibilität her
Der Kern der Neuordnung: Microsofts Lizenz auf die Technologie von OpenAI bleibt zwar bis 2032 bestehen, wird aber nicht-exklusiv. OpenAI darf seine Produkte künftig über jeden Cloud-Anbieter ausliefern, also auch über Amazon Web Services. Dass die Microsoft-Aktie nach dieser Nachricht prompt 0,4 Prozent nachgab, ist bezeichnend. Der Markt sieht darin wohl einen Hinweis darauf, wie viel diese Öffnung für Microsoft bedeutet.
Denn bislang war Azure der einzige Weg für OpenAI-Produkte. Jetzt gilt: Wenn Microsoft „die notwendigen Kapazitäten nicht bereitstellen kann oder will“, darf OpenAI woanders hingehen. Das klingt nach einer Schutzklausel für OpenAI, nicht für Microsoft.
Microsoft Aktie Chart
Wer zahlt, wer kassiert
Beim Geld ist die Lage eindeutiger. Microsoft zahlt künftig keine Revenue-Share mehr an OpenAI. Umgekehrt fließen Zahlungen von OpenAI an Microsoft weiterhin bis 2030, bei einem fixen Satz von 20 Prozent. Microsoft bleibt also Anteilseigner und Zahlungsempfänger, verliert aber den Hebel, den ein exklusiver Technologiezugang bedeutet.
„Vereinfachung“ ist ein schönes Wort
Microsoft schreibt in seiner Mitteilung von „Vereinfachung“ und „Flexibilität für beide Seiten“. Das stimmt, nur eben nicht symmetrisch. OpenAI gewinnt operativen Spielraum, Microsoft behält den Zugang zur Technologie, gibt aber die Exklusivität auf. Nach 13 Milliarden Dollar Investition ist das eine auffällige Entwicklung. Die Aktie gab am Montag leicht nach. Vielleicht war das die ehrlichste Reaktion auf die ganze Geschichte.
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