Microsoft will bei den Personalkosten sparen, während der Konzern Milliarden in Rechenzentren pumpt. Rund 60.000 Beschäftigten bietet das Unternehmen freiwillige Abfindungen an. Das Timing ist bemerkenswert: Am Mittwoch legt Microsoft Quartalszahlen vor.
Wer das Angebot bekommt
Das Programm richtet sich an Mitarbeiter in den USA, Kanada, Indien und Großbritannien, und zwar an Beschäftigte bis zum Erfahrungslevel 70. Das entspricht gut einem Viertel der Belegschaft von rund 223.000 Mitarbeitern. Ein Abbauziel hat Microsoft nicht festgelegt.
Wer zugreifen will, hat bis Anfang Dezember Zeit. Die Teilnehmer sollen das Unternehmen zum 31. Dezember verlassen. Bei einem früheren Vorruhestandsangebot nahmen rund 30 Prozent der Berechtigten an. Diesmal rechnet der Konzern nach eigener Einschätzung mit einer deutlich niedrigeren Quote.
Neu ist der Schritt nicht. Erst vor wenigen Monaten strich Microsoft etwa 4.800 Stellen, zuvor lief bereits das Vorruhestandsprogramm.
Das Geld fließt in die KI-Infrastruktur
Der Hintergrund sind die Investitionen. Für das Kalenderjahr 2026 plant Microsoft Ausgaben von rund 175 Milliarden Dollar, der Großteil davon dürfte in den Ausbau der KI-Infrastruktur gehen. Kunden wie Anthropic und OpenAI treiben die Nachfrage nach Rechenleistung.
Microsoft ist damit nicht allein. Auch Alphabet und Meta fahren ihre KI-Ausgaben hoch und versuchten bereits, ihre Belegschaften zu verschlanken. Marktbeobachter werten den Schritt als Versuch, die Kosten im Griff zu behalten, während die Investitionsquote steigt.
Marktumfeld vor den Zahlen
Die Aktie schloss den Montag im Plus. Auf Tradegate notierte sie zuletzt bei 476,20 Euro, ein Aufschlag von knapp 1,6 Prozent. Rückenwind kam von der Branche: Der Börsengang von Anthropic, der in den USA beantragt wurde, hellte die Stimmung bei KI-Werten auf. Der Nasdaq 100 legte gut ein Prozent zu.
Die Analysten bleiben zuversichtlich. Die Kursziele der zuletzt erfassten Häuser liegen zwischen 575 und 650 Dollar.
Am Mittwoch folgen die Quartalszahlen von Microsoft, am Donnerstag berichten Alphabet und Amazon. Zudem steht diese Woche der Zinsentscheid der US-Notenbank an. Im Zentrum bei Microsoft dürften die Investitionsausgaben und das Cloud-Wachstum stehen, also die Frage, wie schnell sich die hohen KI-Ausgaben in Umsätzen niederschlagen.
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