Microsoft hat am Freitag den sechsten Handelstag in Folge mit einem Kursplus abgeschlossen — die längste Gewinnsträhne seit Oktober 2025. Getragen wurde die Rallye von einer branchenweiten Technologie-Erholung, ausgelöst durch schwächer als erwartete US-Erzeugerpreise, sowie von der offiziellen Übergabe des ersten Rechenzentrums durch IREN, ehemals Iris Energy, im Rahmen einer Cloud-Vereinbarung über 9,7 Milliarden Dollar. Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 443,25 Euro, ein Plus von 2,2 Prozent gegenüber dem Vortag.
Die Dynamik der vergangenen Woche fällt deutlich aus: Innerhalb von sieben Tagen legte die Aktie um 7,1 Prozent zu, auf Monatssicht summiert sich das Plus auf 30 Prozent. Damit wirkt der Kursverlauf nach wie vor stark von den Quartalszahlen Ende Juli geprägt, seither hat sich der Titel um rund 30 Prozent verteuert. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 478,10 Euro, erreicht Ende Oktober 2025, fehlen der Aktie inzwischen nur noch 7,3 Prozent.
Rechenzentrums-Deal mit IREN als Wachstumssignal
Die Fertigstellung von „Horizon 1“, dem ersten Rechenzentrum aus der milliardenschweren Vereinbarung mit IREN, unterstreicht das Tempo, mit dem Microsoft seine KI-Infrastruktur ausbaut. Der Vertrag über 9,7 Milliarden Dollar zählt zu den größten Cloud-Kapazitätsdeals des Unternehmens und dürfte die Rechenleistung für Azure-Kunden spürbar erweitern.
Parallel dazu verhandelt Microsoft laut Medienberichten in einem frühen Stadium mit dem chinesischen KI-Start-up Moonshot über eine Umsatzbeteiligung für das Hosting des Modells Kimi K3 auf Azure — Moonshot soll dabei bis zu 30 Prozent der zugehörigen Serviceerlöse fordern.
Analysten reagierten bereits vor Wochen mit höheren Kurszielen
Die aktuelle Rallye baut auf einer Serie von Kurszielanhebungen auf, die im Zuge der starken Quartalszahlen erfolgten. JPMorgan-Analyst Samik Chatterjee hob sein Kursziel bereits am 13. August von 550 auf 625 Dollar an und begründete dies mit beschleunigtem KI-Rückenwind und der Monetarisierung von Azure.
Bernstein zog am 10. August nach und erhöhte sein Kursziel auf 660 Dollar, mit Verweis auf einen disziplinierten Ansatz beim Ausbau der KI-Kapazitäten nach dem Gewinnsprung im vierten Fiskalquartal. Beide Einschätzungen datieren damit vor der jüngsten Kursbeschleunigung und spiegeln nicht mehr den aktuellsten Handelsstand wider.
Regulatorische und interne Baustellen bleiben
Trotz der starken Kursentwicklung hat Microsoft weiterhin offene Baustellen zu bearbeiten. In Großbritannien läuft eine Untersuchung der Vermarktungspraktiken rund um Microsoft 365, zudem beschäftigt sich das Unternehmen mit einer von der Sicherheitsfirma Wiz identifizierten Cloud-Schwachstelle.
Intern sorgte zudem ein Bericht über exzessive Kosten durch KI-Nutzung für Aufsehen: Einzelne Mitarbeiter sollen monatliche Token-Verbrauchskosten von bis zu 28.000 Dollar verursacht haben, teils um interne Nutzungsstatistiken künstlich aufzubessern — ein Phänomen, das intern als „Tokenmaxxing“ bezeichnet wird.
Noel Walsh, Leiter der Entwicklungsabteilung, wandte sich zudem in einer internen E-Mail an die Belegschaft, um Umwelt- und Ressourcenfragen rund um die schnell wachsende Rechenzentrums-Flotte des Unternehmens anzusprechen.
Für den nächsten wichtigen Termin richten sich die Blicke bereits auf den 27. Oktober, wenn Microsoft die Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 vorlegen will. Das Management hatte zuletzt einen Gesamtumsatz zwischen 89,85 und 90,95 Milliarden Dollar sowie ein Azure-Wachstum von rund 45 Prozent in konstanten Währungen in Aussicht gestellt.
Microsoft-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Microsoft-Analyse vom 30. August liefert die Antwort:
Die neusten Microsoft-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Microsoft-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
