Mit neuen Produktfunktionen rund um künstliche Intelligenz und Cloud-Anwendungen treibt Microsoft seine Software-Offensive weiter voran. Am heutigen Dienstag stellt der Konzern im Rahmen eines digitalen Events Aktualisierungen für OneDrive und den KI-Assistenten Copilot vor.
Begleitet wird die Präsentation von erweiterten Sicherheitswerkzeugen für die Verwaltung automatisierter KI-Agenten, während an den Finanzmärkten der Blick bereits auf den anstehenden Quartalsbericht wandert.
Gestern legte die Microsoft-Aktie um 1,1 Prozent zu und beendete den Handelstag bei 475,90 Euro. Damit bewegt sich der Kurs mit einem Abstand von 3,4 Prozent knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch von 492,40 Euro. Gestützt wurde die jüngste Notierung von einer allgemeinen Markterholung im Technologiesektor, nachdem KI-bezogene Titel in der vergangenen Woche deutliche Abgaben verzeichnet hatten.
Steuerung für autonome KI-Agenten
Im Zentrum der technologischen Entwicklung steht die Absicherung betrieblicher KI-Prozesse. Microsoft stellte dazu neue Sicherheitsfunktionen für das Paket Microsoft 365 E7 sowie das Projekt Perception vor.
Die Werkzeuge zielen darauf ab, Risiken beim Einsatz autonom agierender KI-Agenten systematisch zu analysieren. Unternehmen erhalten damit die Möglichkeit, das Verhalten der digitalen Assistenten bei Bedarf einzuschränken oder betroffene Instanzen unmittelbar abzuschalten.
Parallel dazu bleibt der Ausbau der Recheninfrastruktur nicht frei von operativen Herausforderungen. So zog sich der Konzern laut Medienberichten aus einer Vereinbarung für einen geplanten Rechenzentrumskomplex des Betreibers Nscale im britischen Loughton zurück.
Grund dafür waren erhebliche Verzögerungen beim Anschluss an das Stromnetz, der voraussichtlich erst in den 2030er Jahren erfolgt wäre. Microsoft betonte, der Beschluss betreffe lediglich diesen einzelnen Standort, während die weitergehende Zusammenarbeit mit dem Partner bestehen bleibe.
Analysten heben Kursziele an
An der Wall Street dominieren mit Blick auf die Geschäftszahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027, die Microsoft für den 28. Oktober angekündigt hat, die positiven Einschätzungen. UBS hob am 14. Oktober ihr Kursziel von 525 $ auf 675 $ an und behielt ihre Kaufempfehlung bei.
Zur Begründung verwiesen die Experten auf die anhaltende Dynamik der Cloud-Plattform Azure und die steigende Nachfrage nach Microsoft 365. Am 13. Oktober passte auch Barclays das Ziel von 512 $ auf 600 $ an und bestätigte das Votum „Overweight“. Weitere Häuser passten ihre Erwartungen angesichts der fortschreitenden Einführung von Unternehmens-KI im Vorfeld des Berichts ebenfalls nach oben an.
Regulatorischer Gegenwind kündigt sich derweil in Großbritannien an. Die dortige Wettbewerbsbehörde Competition and Markets Authority schlug am 16. Oktober vor, das Ökosystem für Unternehmenssoftware von Microsoft als System mit strategischem Marktstatus einzustufen. Bis zum 13. November läuft dazu eine offizielle Konsultation, an deren Ende Auflagen oder regulatorische Eingriffe in die Produktgestaltung stehen könnten.
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